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Beiträge zur Geschichte  









Zeittafel 1966

Januar:
Der Akademische Senat, der eine weitere Politisierung der Studenten verhindern will, verbietet gegen die Universitätsordnung alle politischen Veranstaltungen. Der AStA tritt daraufhin zurück und legt Rechtsaufsichtsbeschwerde ein.

04. 02.:
Es werden die ersten Vietnam-Plakate vom antiautoritären Flügel des SDS illegal geklebt. Einige Leute werden dabei verhaftet.

05. 02.: 2.500 Studenten demonstrieren in West-Berlin gegen den Vietnam-Krieg - eine der ersten Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, die vom SHB (Sozialdemokratischer Hochschulbund) und LSD (Liberaler Studentenbund Deutschlands) organisiert werden. Sie legen zeitweise den Verkehr in der Innenstadt lahm. Anschließend zieht ein Teil von ihnen vor das Amerikahaus in der Hardenbergstraße und bewirft es mit Tomaten und Eiern.

08.02.: "riefen die Berliner CDU, die Junge Union Berlin und RCDS zu einer 'Sympathiekundgebung' gegen die 'antiamerikanischen Ausschreitungen einiger linksorientierter Studenten' auf. Redner waren Ernst Lemmer, Franz Amrehn und Jürgen Wohlrabe. Ungefähr 600 CDU-Mitglieder, Sympatisanten und Studenten aus schlagenden Verbindungen nahmen mit Fakeln an der Kundgebung teil. Mehrere Jugendliche mit langen Haaren, die sich dort in der Nähe aufhielten, wurden von den Kundgebungsteilnehmern unter Gewaltanwendung und mit der Parole 'Gammler raus' in den S-Bahnhof Zoo gedrängt und gezwungen, eine Fahrkarte nach Friederichstraße (damaliges DDR-Gebiet) zu lösen. Anschließend wurden die Jugendlichen auf den Bahnsteig geschleift. Amrehns Ausführungen über die 'geistige Knochenerweichung' der akademischen Jugend waren typisch für die Pogromstimmung an jenem Abend. Die Mehrheit der Mitglieder zeigte sich damals davon überrascht, welches 'faschistische Potential' in Westberlin noch existiert und wie kurzfristig dieses mobilisierbar war." (Rolf Uessler: Die 68er: S. 147, Heyne 1998)

"Rudi Dutschke zur CDU-Vietnam-Demo"

13. 02.: Rudi Dutschke begründet bei einer Diskussion die Plakataktion vom 04.02. mit der "Focus-Theorie" von Che.

22. 05.: SDS-Kongress in Frankfurt/Main „Vietnam - Analyse eines Exempels“.

25. 05.: Mao Tse-tung leitet in der VR-China die Kulturrevolution ein. Sie entpuppt sich später als machtpolitischer Schachzug innerhalb der KPC.

22./23. 06.: Mehr als 3.000 Studenten protestieren gegen das Raumverbot für politische Veranstaltungen an der FU mit einem Sit in. Auf einem Teach in wird die Demokratisierung der Hochschule und der Gesellschaft gefordert.

Sommer:
"Spaziergangsdemonstrationen" auf dem Ku'damm in Berlin gegen den Vietnam-Krieg.

08. 07.: 2.000 West Berliner Studenten demonstrieren gegen den Vietnam-Krieg.

02.08.
Verhinderung der Aufführung des rassistischen Films "Africa adio" von Jacopetti durch Studenten der FU und des SDS im Astor am Ku'damm/Berlin.

01.10.: Herbert Marcuses Werk "Repressive Toleranz" erscheint in deutscher Sprache.

30.10.: 3.000 Teilnehmer aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen protestieren auf dem Kongress "Notstand der Demokratie" in Frankfurt am Main gegen die Notstandsgesetze.

26.11.: Erste Flugblatt-Aktion außerhalb der offziellen Studentenvertretung an der FU-Berlin. Das "Fachidioten"-Flugblatt wendet sich gegen die geplante Einführung der Zwangsexmatrikulation. Transparent an der FU.

01.12.: In West Berlin und in Westdeutschland protestieren viele Menschen, nicht nur Studenten, gegen die Bildung der großen Koalition unter Bundeskanzler Kiesinger. Außenminister wird der SPD Vorsitzende Willi Brandt.

06.12.: Der SDS funktioniert eine Veranstaltung des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) mit dem südvietnamesischen Botschafter um. Der Botschafter flieht schließlich aus der Veranstaltung.

10.12.: Zum Abschluss der Vietnam-Wochen fordert Rudi Dutschke dazu auf, eine außerparlamentarische Opposition zu bilden. Kunzelmann und andere verbrennen Pappmachéköpfe von SED Chef Ulbricht und US Präsident Johnson auf dem Ku'damm und singen dazu Weihnachtslieder.










 

GLASNOST, Berlin 1992 - 2017