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1995-12-06

Aus dem Einsatzbeschluß

1. Das Bundeskabinett beschließt, zur Absicherung   
des Friedensvertrages für Bosnien-Herzegowina mit      
folgenden Maßnahmen beizutragen:    

a) Verstärkung der bereits in Kroatien eingesetzten,   
   Sanitätskomponente;    

b) Bereitstellung von land- und luftgestützten    
   Transportkräften einschließlich erforderlicher 
   Eigensicherung;    

c) Bereitstellung von Pionierkräften einschließlich  
   erforderlicher Eigensicherung;    

d) Bereitstellung von Lufttransportkräften (Transall);    

e) Bereitstellung der bereits eingesetzten Tornado-Flugzeuge  
   der Luftwaffe und Flugzeuge Breguet Atlantique der Mahne;    

f) Beteiligung an märitimen Operationen durch Schiffe   
   und  Seeaufklärer. Die Entsendung dieser Kräfte kann erfolgen,  
   sobald der Friedensvertrag für Bosnien-Herzegowina          
   unterzeichnet ist und ein entsprechendes Mandat    
   des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen:  
   sowie ein entsprechender Beschluß des NATO-Rats vorliegen.  

2. Die Bereitstellung der deutschen Kräfte zur Unterstützung  
   der multinationalen Friedenstruppe schließt den zeitlich  
   begrenzten Einsatz der in Kroatien stationierten Kräfte  
   in Bosnien-Herzegowina ein.  
   
3. Personal und Führungsunterstützungskräfte für internationale       
   Hauptquartiere im früheren Jugoslawien können bereits verlegt 
   werden, bevor die unter Ziffer 1. genannten Voraussetzungen 
   erfüllt sind.  
    
4. Der Umfang des deutschen Kontingents wird eine Größenordnung  
   von rund 4000  Soldaten  haben. Abhängig von der Lageentwicklung  
   vor Ort können zusätzliche Kräfte bereitgestellt werden, vor allem   
   zur Sicherung.  
    
5. Der deutsche Beitrag ist auf längstens zwölf Monate befristet - dies  
   entsprechend dem Vertragswerk von Dayton und der Beschlußlage des 
   NATO-Rats.



Quelle: Neues Deutschland, 07.12.95, S. 3

Anmerkung der GLASNOST-Redaktion: Der Beschluss wurde mit 543 Ja-Stimmen gegen 107 Nein-Stim- men angenommen. Unter den 107 Gegenstimmen kamen 29 von der PDS (alle), 55 von der SPD und 22 von Buendnis90/Die Gruenen. Mit "nein" stimmten:



CDU/CSU:

Manfred Carstens

SPD:

Brigitte Adler, Klaus Barthel, Friedhelm Julius Beucher, 
Rudolf Bindig, Lilo Blunck, Anni Brandt-Elsweier, Hans Martin Bury, 
Christel Deichmann, Dr. Marliese Dobberthien, Peter Dreßen, 
Arrie Fuhrmann, Konrad Gilges, Günter Graf, Angelika Graf, 
Christel Hanewinckel, Uwe Hiksch, Ingrid Holzhüter, 
Barbara Imhof, Ilse Janz, Horst Kubatschka, Konrad Kunick, 
Waltraud Lehn, Christa Lörcher, Erika Lotz, Dr. Christine Luzyga,
Dieter Maaß, Dorle Marx, Ulrike Mascher, Heide Mattischeck,
Michael Müller, Günter Oesinghaus, Adolf Ostertag, Otto Reschke, 
Bernd Reuter, Günter Rixe, Dr. Hansjörg Schäfer,
Horst Schmidbauer, Dagmar Schmidt, Heinz Schmitt, Gisela Schröter, 
Dr. R. Werner Schuster, Dr. Angelica Schwall-Düren, Horst Sielaff, 
Erika Simm, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Antje-Marie Steen, Ludwig Stiegler,
Jörg Tauss, Margitta Terborg, Jella Teuchner, Adelheid Tröscher, 
Ute Vogt, Hildegard Wester, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Berthold Wittich

Bündnis 90/Die Grünen

Gila Altmann, Elisabeth Altmann, Volker Beck, Angelika Beer, 
Annelle Buntenbach, Amke Dietert-Scheuer, Andrea Fischer, 
Monika Knoche, Steffi Lemke, Kerstin Müller, Winfried Nachtwei, 
Christa Nickels, Simone Probst, Dr. Jürgen Rochlitz, Halo Saibold, 
Irmingard Schewe-Gerigk, Ursula Schönberger, Marina Steindor, 
Christian Sterzing, Manfred Such, Ludger Volmer, Helmut Wilhelm

PDS:

Wolfgang Bierstedt, Petra Bläss, Märittä Böttcher, 
Eva-Maria Bulling-Schröter, Heinrich Graf von Einsiedel, 
Dr. Ludwig Elm, Dr. Dagmar Enkelmann, Dr. Ruth Fuchs, 
Dr. Gregor Gysi, Hanns-Peter Hartmann, Dr. Uwe-Jens Heuer, 
Dr. Barbara Höll, Dr. Willibald Jacob, Ulla Jelpke, 
Gerhard Jüttemann, Dr. Heidi Knake-Wemer, Rolf Köhne, 
Rolf Kutzmutz, Andrea Lederer, Dr. Christa Luft, Heidemarie Lüth,
Dr. Günther Johannes Maleuda, Manfred Walter Müller, 
Rosel Neuhäuser, Dr. Uwe-Jens Rössel, Steffen Tippach, 
Klaus-Jürgen Warnick, Dr. Winfried Wolf, Gerhard Zwerenz



Quelle: Neues Deutschland, 07.12.1995, S. 3




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