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Beiträge zur Geschichte  









Parteien in der Weimarer Republik

Die Parteien, die sich am 19. Januar 1919 zur Wahl der Nationalversammlung stellten, waren zum Teil dieselben wie im Kaiserreich. Die Deutsche Demokratische Partei (DDP) war eine Neugründung aus der ehemaligen Fortschrittspartei und einem Teil der Nationalliberalen. Ihr hatten sich vor allem bedeutende Vertreter der deutschen Wissenschaft und des gebildeten Bürgertums angeschlossen. Das Ziel der Partei war, alle nichtsozialistischen, aber entschieden demokratischen Kräfte zusammenzufassen. Derjenige Teil der alten Nationalliberalen, der an der Monarchie festhielt, fand sich in der Deutschen Volkspartei (DVP) zusammen. Einer ihrer führenden Männer war Gustav Stresemann, der allerdings in den nächsten Jahren seine Einstellung zur Republik ändern sollte. Die DVP war weitgehend eine Vertretung der Großindustrie und des Großhandels. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) war aus einem Zusammenschluß verschiedener konservativer Gruppen entstanden. Sie lehnte die Republik ab und forderte die Wiedereinführung der Monarchie. Die DNVP hat die Demokratie stets bekämpft und zum Untergang der Weimarer Republik beigetragen. Die Partei vertrat ebenfalls die Interessen der Großindustrie, daneben aber vor allem die des Großgrundbesitzes. Beim Zentrum trat jetzt der durch die Christlichen Gewerkschaften repräsentierte Arbeitnehmerflügel stärker in der Vordergrund. Von der Partei spaltete sich bald die Bayrische Volkspartei (BVP) ab, die im allgemeinen mit dem Zentrum stimmte, aber den Föderalismus und den Gegensatz zur SPD stärker betonte.

Die SPD war stärkste Partei geworden, hatte aber keine Mehrheit und war deshalb auf eine Koalition angewiesen.

Die USPD war eine Abspaltung der SPD in der Frage der Bewilligung der Kriegskredite. Im April 1917, nach der Februarrevolution in Rußland, kam es zur Spaltung der Reichtagsfraktion und zur Konstituierung der USPD. Auf dem Parteitag in Halle, im Oktober 1920, akzeptierte die Mehrheit der Partei die 21 Punkte der III. Internationale und schloß sich der KPD an. Dadurch erhielt die KPD eine Massenbasis. Die Minderheit der USPD ging im September 1922 zurück zur SPD.

Zur Geschichte der KPD

Am 29.12.1918 traten im Festsaal des Abgeordnetenhauses in Berlin 83 Delegierte aus 46 Orten zur Reichskonferenz des Spartakusbundes zusammen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen drei Stimmen die Gründung einer eigenen Partei beschlossen.

Am 30. Dezember konstituierten sich die Delegierten der Reichskonferenz als Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach Karl Liebknecht: "Die Krise in der USPD." Er begründete die Notwendigkeit eines vollständigen Bruches mit der USPD, da diese Partei "im Laufe der Zersetzung der alten Sozialdemokratie" als ein "Gelegenheitsprodukt des Krieges" entstanden war und "und weder theoretisch klare Grundsätze noch ein Aktionsprogramm" besaß.

Die Delegierten beschließen: "Unter Lösung seiner organisatorischen Beziehungen zur USPD konstituiert sich der Spartakusbund als selbständige politische Partei unter dem Namen Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund).

Die linksradikalen Gruppen, die sich auf ihrer Reichskonferenz Mitte Dezember 1918 unter dem Namen "Internationale Kommunisten Deutschlands" vereinigt hatten, schlossen sich der Kommunistischen Partei Deutschlands an. Die Mehrheit der revolutionären Obleute lehnten einen sofortigen Anschluß dagegen ab, bzw.. stellten für einen Anschluß fünf Bedingungen.

Zu heftigen Auseinandersetzungen kam es, als die Frage einer Beteiligung der Partei an den Wahlen zur Nationalversammlung zur Debatte stand. Mit 62 gegen 23 Stimmen lehnte der Parteitag eine Wahlbeteiligung gegen den erklärten Willen von Luxemburg und Liebknecht ab.

Der Parteitag nahm ein von Rosa Luxemburg ausgearbeitetes Parteiprogramm an, das an das Kommunistische Manifest, das Eisenacher und Erfurter Programm anknüpfte. Dort hieß es u.a.: "Der Spartakusbund wird nie anders die Regierungsgewalt übernehmen, als durch den klaren unzweideutigen Willen der großen Mehrheit der proletarischen Masse in Deutschland, nie anders als kraft ihrer bewußten Zustimmung zu den Ansichten, Zielen und Kampfmethoden des Spartakusbundes." Nach der Ermordung von Luxemburg und Liebknecht beherrschten die Ultralinken vollens die Partei, bis Paul Levi im Oktober 1919 die Führung der Partei übernahm.

Der 2. Parteitag tagte illegal in Heidelberg, Mannheim und Umgebung vom 20.-23.10.1919 und faßte drei wichtige Beschlüsse.

1. In den "Leitsätzen über kommunistische Grundsätze und Taktik" grenzte sich der Parteitag vom Linksradikalismus ab.

2. In den "Leitsätzen über den Parlamentarismus" wurde festgestellt, daß die Arbeiterklasse und ihre Partei in ihrem Kampf nicht auf die Tribüne des Parlaments zur Aufklärung der breiten Massen des werktätigen Volkes verzichten dürften. Es wurde festgelegt, daß sich die Partei an den Wahlen zu den bürgerlichen Parlamenten beteiligt.

3. Die "Leitsätze über die Gewerkschaftsfrage" sprachen sich gegen die syndikalistische Forderung nach einer politisch-gewerkschaftlichen Einheitsorganisation aus. Sie forderten von den Kommunisten, in den von den Reformisten geleiteten Gewerkschaften zuarbeiten. Die Leitsätze wurden vom Parteitag mit 31 gegen 18 Stimmen angenommen. Die Delegierten, die gegen die Leitsätze gestimmt hatten, wurden vom weiteren Verlauf der Verhandlungen des Parteitages ausgeschlossen.

Die Partei verfolgte unter Levis Führung eine Einheitsfront-Taktik, zwischen allen proletarischen Gruppen.

Die Ultralinken traten aus der Partei aus und gründeten im Frühjahr 1920 die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD). Die KPD verlor dadurch ca. die Hälfte ihrer Mitglieder, ermöglichte aber dadurch die Vereinigung mit der USPD. Der Parteitag in Halle der USPD beschloß die von der III. Internationale formulierten 21 Aufnahmebedingungen anzuerkennen und sich mit der KPD zu vereinigen mit 237 gegen 156 Stimmen.

Vom 4.-7. Dezember 1920 fand der Vereinigungsparteitag in Berlin statt, an dem 349 Delegierte der USPD und 136 der KPD teilnahmen. Die neue Partei nannte sich: Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (VKPD). Gleichberechtigte Vorsitzende wurden Ernst Däumig und Paul Levi. Paul Levi überwarf sich mit der Komintern, wurde als Rechtsopportunist ausgeschlossen und ging später zurück zur SPD. An seine und Däumigs Stelle traten Brandler und Thalheimer, die später als Rechtsopportunisten bezeichnet wurden. Sie wurden abgelöst durch Ruth Fischer und Arkadi Maslow, die später wegen Linksabweichungen ebenfalls ausgeschlossen wurde. Es kam Ernst Thälmann, Heinz Neumann, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht.



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