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Ernesto Guevara

Partisanenkrieg - eine Methode

Der Partisanenkrieg (1) ist unzählige Male in der Geschichte unter verschiedenen Bedingungen und zur Erreichung unterschiedlicher Ziele angewandt worden. In letzter Zeit ist er in verschiedenen Volksbefreiungskriegen benützt worden, dort, wo die Avantgarde des Volkes den Weg des irregulären bewaffneten Kampfes gegen Feinde mit überlegenem militärischen Potential wählte. Asien, Afrika und Amerika sind Schauplatz dieser Aktionen gewesen, wenn es sich darum handelte, die Macht zu erringen im Kampf gegen die feudale, neokoloniale oder koloniale Ausbeutung. In Europa wurde er als Ergänzung zu den eigenen und verbündeten regulären Armeen angewandt.(2)

In Amerika hat man bei verschiedenen Gelegenheiten zum Partisanenkampf gegriffen. Als Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit läßt sich das Unternehmen von César Augusto Sandino anführen, der gegen die Yankee-Expeditionstruppen in der Segovia von Nicaragua kämpfte. Und neuerdings der revolutionäre Krieg in Cuba. Seitdem sind in Amerika die Probleme des Partisanenkrieges in den theoretischen Diskussionen der fortschrittlichen Parteien des Kontinents aufgeworfen, und die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit seiner Anwendung ist Gegenstand gegensätzlicher Polemiken.

Die folgenden Notizen werden versuchen, unsere Ansichten über den Partisanenkrieg und seine richtige Anwendung zum Ausdruck zu bringen.

Vor allem muß klargestellt werden, daß diese Sonderform des Kampfes eine Methode ist; eine Methode, um ein Ziel zu erreichen. Dieses für jeden Revolutionär unerläßliche, unumgängliche Ziel ist die Eroberung der politischen Macht. Bei der Analyse der spezifischen Bedingungen in den verschiedenen Ländern Amerikas muß daher ein Begriff von Guerilla verwendet werden, der auf die einfache Kategorie einer Methode des Kampfes zur Erreichung jenes Zieles zurückführbar ist.

Sofort erhebt sich die Frage: Ist die Methode des Partisanenkrieges die einzige Formel für die Eroberung der Macht in ganz Amerika? oder wird sie jedenfalls die vorherrschende Form sein? oder wird sie bloß eine weitere Formel unter all den für den Kampf gebrauchten sein? und zu allerletzt die Frage: wird das Beispiel Cubas anwendbar sein auf andere Realsituationen des Kontinents? Im Verlauf der Polemik pflegt man diejenigen, die den Partisanenkrieg durchführen wollen, mit dem Argument zu kritisieren, sie vernachlässigten den Massenkampf - als ob das einander entgegengesetzte Methoden wären. Wir weisen die Anschauung, die dieser Standpunkt impliziert, zurück; der Partisanenkrieg ist ein Volkskrieg, ist ein Massenkampf. Diese Art von Krieg ohne die Unterstützung der Bevölkerung verwirklichen zu wollen, ist der Auftakt zu einer unvermeidlichen Katastrophe. Die Partisanen sind die kämpferische Avantgarde des Volkes, an einem bestimmten Ort irgendeines Territoriums postiert, bewaffnet, bereit, eine Reihe militärischer Aktionen zu entfalten, die auf das einzig mögliche strategische Ziel hin gerichtet sind: die Eroberung der Macht. Sie werden unterstützt durch die Bauern- und Arbeitermassen des Gebiets und des ganzen betreffenden Territoriums. Ohne diese Voraussetzungen läßt sich nicht von Partisanenkrieg reden.

"In unserem amerikanischen Bereich sehen wir drei grundlegende Lehren der Cubanischen Revolution für die Technik der revolutionären Bewegungen in Amerika: 1. Die Volkskräfte können einen Krieg gegen die Armee gewinnen. 2. Nicht immer muß man warten, bis alle Bedingungen für die Revolution gegeben sind; der aufständische Brennpunkt kann sie schaffen. 3. Im unterentwickelten Amerika müssen Schauplatz des bewaffneten Kampfes grundsätzlich die ländlichen Gebiete sein." (3)

Das sind die Lehren Cubas für die Entwicklung des revolutionären Kampfs in Amerika, und sie lassen sich auf jedes beliebige Land unseres Kontinents anwenden, in dem ein Partisanenkrieg sich zu entwickeln beginnt.

Die Zweite Deklaration von Havanna stellt heraus: "In unseren Ländern treffen die Bedingungen einer unterentwickelten Industrie mit einem Agrarregime feudalen Charakters zusammen. So kommt es, daß - so hart auch die Lebensbedingungen der städtischen Arbeiter sind - die Landbevölkerung noch immer unter den furchtbarsten Bedingungen der Unterdrückung und Ausbeutung lebt; sie bildet aber auch - von Ausnahmen abgesehen - die absolute Mehrheit der lateinamerikanischen Bevölkerungen in einem Verhältnis, das zuweilen 70% übersteigt.

"Abgesehen von den Großgrundbesitzern, die vielfach in den Städten ihren Wohnsitz haben, fristet der Rest dieser großen Masse sein Leben durch miserabel bezahlte Taglöhnerarbeit auf den Latifundien oder durch eigene Landbestellung unter Ausbeutungsbedingungen, die dem Mittelalter in nichts nachstehen. Diese Umstände sind der Grund dafür, daß in Lateinamerika die arme Landbevölkerung eine gewaltige potentielle revolutionäre Kraft darstellt.

"Die für den konventionellen Krieg formierten und ausgerüsteten Armeen, die das Gewaltinstrument bilden, auf das sich die politische Macht der Ausbeuterklassen stützt, erweisen sich als völlig unwirksam, wenn sie dem irregulären Kampf der Bauern in deren vertrautem Gelände begegnen sollen; sie verlieren zehn Mann für jeden Revolutionär, der fällt, und die Demoralisierung breitet sich mit reißender Schnelligkeit unter ihnen aus, da sie einem unsichtbaren und unbesiegbaren Gegner die Stirn bieten müssen, der ihnen keine Gelegenheit bietet, ihre Akademietaktiken und ihre Militärdemontrationen in Szene zu setzen, mit denen sie großtun bei der Niederwerfung der Arbeiter und Studenten in den Städten.

"Der anfängliche Kampf verhältnismäßig kleiner Kerne von Partisanen verstärkt sich unablässig durch neue Kräfte; die Massenbewegung beginnt loszubrechen, die alte Ordnung zerspringt nach und nach in tausend Stücke, und dann kommt der Augenblick, wo die Arbeiterklasse und die städtischen Massen die Schlacht entscheiden.

"Was macht diese ersten Kerne vom Anbeginn des Kampfes an unbesiegbar - unabhängig von der Anzahl, der Macht und den Ressourcen ihrer Feinde? Es ist die Unterstützung des Volkes, und über diese Unterstützung der Massen werden sie in immer höherem Grade verfügen.

"Jedoch die Bauernschaft ist eine Klasse, die wegen des Zustandes der Unbildung, in dem sie gehalten wird, und wegen der Isolierung, in der sie lebt, die revolutionäre und politische Führung der Arbeiterklasse und der revolutionären Intellektuellen braucht, eine Führung, ohne die sie nicht fähig wäre, sich von allein in den Kampf zu stürzen und den Sieg zu erringen.

"Unter den gegenwärtigen historischen Bedingungen Lateinamerikas kann die nationale Bourgeoisie den antifeudalen und antiimperialistischen Kampf nicht anführen. Die Erfahrung zeigt, daß in unseren Nationen diese Klasse, auch wenn ihre Interessen zu denen des Yankee-Imperialismus im Widerspruch stehen, unfähig gewesen ist, jenem die Stirn zu bieten, paralysiert durch die Angst vor der sozialen Revolution und erschreckt durch die Stimme der ausgebeuteten Massen." (Zweite Deklaration von Havanna).(4)

Die Tragweite dieser Aussagen, die den Kernpunkt von Amerikas revolutionärem Programm bilden, wird durch die Zweite Deklaration von Havanna an anderer Stelle folgendermaßen vervollständigt: "Die subjektiven Bedingungen eines jeden Landes, d.h. Bewußtsein, Organisation, Führung, können die Revolution beschleunigen oder verzögern, allen Volkskräften und allen Repressionskräften.(11) Auch die oben zitierten Passagen sagen es voraus.

Die Yankees werden intervenieren aus Interessensolidarität und, weil der Kampf in Amerika entscheidend ist. Tatsächlich intervenieren sie bereits mit der Vorbereitung der Repressionskorps und mit der Organisierung eines kontinentalen Kampfapparates. Aber von nun an werden sie es mit aller Energie tun; sie werden die Volkskräfte mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Vernichtungswaffen züchtigen; sie werden der revolutionären Macht nicht erlauben, sich zu konsolidieren; und sollte eine solche dennoch dazu kommen, werden sie von neuem angreifen, sie nicht anerkennen, die revolutionären Kräfte zu spalten versuchen, Saboteure jeder Art einschleusen, Grenzkonflikte schaffen, andere reaktionäre Staaten dagegen aufhetzen, sich daran zu machen, den neuen Staat wirtschaftlich zu strangulieren, kurz: zu vernichten.

Angesichts dieses amerikanischen Panoramas gestaltet sich die Erringung und Konsolidierung des Sieges in einem isolierten Land schwierig. Auf die Vereinigung der Repressionskräfte muß mit der Vereinigung der Volkskräfte geantwortet werden. In allen Ländern, in denen die Unterdrückung einen unerträglichen Grad erreicht, muß die Fahne der Rebellion aufgepflanzt werden, und diese Fahne wird aufgrund historischer Notwendigkeit kontinentale Züge tragen. Die Andencordillere ist berufen, die Sierra Maestra Amerikas zu sein, wie Fidel sagte; und all die riesigen Territorien, die dieser Kontinent umschließt, sind berufen, Schauplatz des Kampfes auf Leben und Tod gegen die Macht des Imperialismus zu sein.

Wir können nicht sagen, wann der Kampf diesen kontinentalen Charakter annehmen wird, noch, wie lange er dauern wird; aber wir können sein Heraufkommen und seinen Triumpf voraussagen, weil er das Ergebnis unvermeidlicher historischer, ökonomischer und politischer Umstände ist und weil sein Kurs nicht umgebogen werden kann. Ihn zu beginnen, wenn die Bedingungen gegeben sind, unabhängig von der Situation in den anderen Ländern, ist die Aufgabe der revolutionären Kraft in jedem Land. Die Entwicklung des Kampfes wird nach und nach die Gesamtstrategie bedingen; die Voraussage des kontinentalen Charakters entspringt der Analyse der Kräfte auf jeder Seite, aber das schließt keineswegs den unabhängigen Ausbruch aus. So wie die Eröffnung des Kampfes an einem Punkt eines Landes dazu bestimmt ist, ihn in dessen gesamtem Bereich zu entfalten, so trägt die Auslösung des revolutionären Kriegs dazu bei, neue Bedingungen in den Nachbarländern zu entwickeln.

Die Entwicklung der Revolutionen ist normalerweise in der Form umgekehrt proportionaler Gezeitenströme vor sich gegangen; der revolutionären Flut entspricht die konterrevolutionäre Ebbe, und umgekehrt gibt es in den Momenten revolutionären Niedergangs einen konterrevolutionären Aufstieg. In diesen Augenblicken wird die Lage der Volkskräfte wieder schwierig, und sie müssen zu den besten Verteidigungsmitteln greifen, um die geringsten Rückschläge zu erleiden. Der Feind ist außerordentlich stark, er ist kontinental. Deshalb darf die relative Schwäche der lokalen Bourgeoisien nicht zugrundegelegt werden, um Entscheidungen von beschränkter Reichweite zu treffen. Noch weniger ließe sich an ein eventuelles Bündnis dieser Oligarchien mit dem bewaffneten Volk denken. Die Cubanische Revolution hat die Alarmglocke geläutet. Die Polarisierung der Kräfte wird total werden: Ausbeuter auf der einen Seite und Ausgebeutete auf der anderen; die Masse des Kleinbürgertums wird sich der einen oder anderen Partei zuneigen, je nach ihren Interessen und dem politischen Geschick, mit der sie behandelt wird; das Neutralbleiben wird eine Ausnahme bilden. So wird der revolutionäre Krieg aussehen.

Sehen wir, wie ein Guerilla-Brennpunkt anfangen könnte. je nach ihrem größeren oder geringeren Entwicklungsgrad; aber früher oder später in jeder historischen Epoche, wenn die objektiven Bedingungen heranreifen, wird das Bewußtsein erworben, wird die Organisation geschaffen, bildet sich die Führung heraus und vollzieht sich die Revolution.

"Ob diese auf friedlichem Wege erfolgt oder durch eine schmerzensreiche Geburt in die Weit gelangt, hängt nicht von den Revolutionären ab; es hängt von den reaktionären Kräften der alten Gesellschaft ab, die sich dagegen sträuben, die neue Gesellschaft entstehen zu lassen; die neue Gesellschaft, die durch die Widersprüche erzeugt wird, welche die alte Gesellschaft in ihrem Schoße trägt. Die Revolution spielt in der Geschichte die Rolle eines Geburtshelfers. Sie wendet nicht ohne Not Gewaltmaßnahmen an, aber sie wendet sie ohne Zögern jedesmal an, wenn es nötig ist, um der Geburt zu Hilfe zu kommen. Eine Geburt, die den versklavten und ausgebeuteten Massen die Hoffnung eines besseren Lebens bringt.

"In vielen Ländern Lateinamerikas ist die Revolution heute unvermeidbar. Diese Tatsache wird nicht vom Willen irgendjemands bestimmt. Sie wird bestimmt durch die furchtbaren Ausbeutungsverhältnisse, unter denen der amerikanische Mensch lebt, durch die Entwicklung des revolutionären Bewußtseins der Massen, durch die weltweite Krise des Imperialismus und durch die universale Kampfbewegung der unterjochten Völker." (Zweite Deklaration von Havanna).(5) Wir werden bei der ganzen Analyse der Partisanenfrage in Amerika von diesen Grundlagen ausgehen.

Wir stellen fest, daß es sich um eine Kampfmethode zur Erreichung eines Zieles handelt. Als erstes haben wir das Ziel zu analysieren und zu sehen, ob die Eroberung der Macht hier in Amerika auf andere Weise als durch den bewaffneten Kampf möglich ist.

Der friedliche Kampf kann mittels Massenbewegungen vor sich gehen und - in besonderen Krisensituationen - die die Regierungen zum Nachgeben zwingen, wobei eventuell die Volkskräfte die Macht ergreifen und die Diktatur des Proletariats errichten würden. Richtig in der Theorie! Wenn wir das anhand des amerikanischen Panoramas untersuchen, müssen wir zu folgenden Schlußfolgerungen kommen: Auf diesem Kontinent gibt es im allgemeinen objektive Bedingungen, welche die Massen zu gewaltsamen Aktionen gegen die Bourgeois- und Grundbesitzer-Regierungen treiben, gibt es in vielen Ländern Machtkrisen und auch manche subjektiven Bedingungen. In den Ländern, in denen alle Bedingungen gegeben sind, wäre es selbstverständlich geradezu verbrecherisch, nicht tätig zu werden für die Ergreifung der Macht. In denen, auf die das nicht zutrifft, ist es in Ordnung, daß verschiedene Alternativen auftauchen und daß aus der theoretischen Diskussion die auf das jeweilige Land anwendbare Entscheidung hervorgeht. Das einzige, was die Geschichte nicht gestattet, ist, daß die Theoretiker und Ausführer der Politik des Proletariats sich verrechnen. Niemand kann sich um den Titel einer Avantgardepartei bewerben wie um ein offizielles Universitätsdiplom. Avantgardepartei sein heißt an der Spitze der Arbeiterklasse stehen im Kampf um die Macht, es verstehen, sie zu deren Eroberung zu führen und dazu auch die kürzesten Wege zu finden. Das ist die Mission unserer revolutionären Parteien, und die Analyse muß tiefschürfend und erschöpfend sein, damit es kein Sichverrechnen gibt. Heutzutage beobachtet man in Amerika einen Zustand labilen Gleichgewichts zwischen der oligarchischen Diktatur und dem Druck des Volkes. Wir brauchen das Wort "oligarchisch" zur Bezeichnung der reaktionären Allianz zwischen den Bourgeoisien jedes Landes und seinen Grundbesitzerklassen, bei stärkerem oder geringerem Vorherrschen der Feudalstrukturen.

Diese Diktaturen spielen sich innerhalb eines bestimmten Legalitätsrahmens ab, den sie sich selbst gegeben haben zur Erleichterung ihrer Arbeit während der ganzen Periode uneingeschränkter Klassenherrschaft - wir aber erleben eine Phase, in weicher der Druck des Volkes äußerst stark ist; es klopft an die Türen der bürgerlichen Legalität, und diese muß von ihren eigenen Urhebern verletzt werden, um das Andrängen der Massen aufzuhalten. Allerdings, die schamlose Verletzung jeder überkommenen Gesetzgebung bzw. die nachträgliche Gesetzgebung zur Sanktionierung des Tatbestands versetzen die Volkskräfte in noch größere Spannung. Deshalb versucht die oligarchische Diktatur die alten Gesetzesvorschriften zu benützen, um die Verfassungswirklichkeit zu ändern und das Proletariat weiterhin abzuwürgen, ohne daß ein frontaler Zusammenprall entsteht. Dennoch: eben hier entsteht der Widerspruch. Das Volk erträgt schon nicht mehr die alten und noch weniger die neuen Zwangsmaßnahmen der Diktatur und versucht, sie zu durchbrechen. Wir dürfen niemals den autoritären und repressiven Klassencharakter des bürgerlichen Staates vergessen. Lenin sagt von ihm: "Der Staat ist Produkt und Äußerung der U n v e r s ö h n l i c h k e i t der Klassenwidersprüche. Der Staat entsteht dort, dann und insofern, wo, wann und inwiefern die Klassenwidersprüche objektiv n i c h t versöhnt werden k ö n n e n. Und umgekehrt: das Bestehen des Staates beweist, daß die Klassenwidersprüche unversöhnlich sind." (Staat und Revolution). (6)

D.h., wir dürfen nicht zulassen, daß das Wort "Demokratie", in apologetischer Weise zur Darstellung der Diktatur der Ausbeuterklasse verwendet, die Tiefe seines Begriffs verliert und nur den Sinn bestimmter, größerer oder geringerer Freiheiten des Staatsbürgers erhält. Nur für die Wiederherstellung einer bestimmten bürgerlichen Legalität kämpfen, ohne sich stattdessen die Frage der revolutionären Macht zu stellen, heißt für die Rückkehr zu einer bestimmten, von den herrschenden Gesellschaftsklassen vorher etablierten diktatorischen Ordnung kämpfen; heißt auf jeden Fall für die Einführung eines Fußeisens kämpfen, das an seinem Ende eine für den Sträfling weniger schwere Kugel hat.

Bei solchen Konfliktbedingungen bricht die Oligarchie ihre eigenen Verträge, ihre eigene Scheindemokratie und greift das Volk an, auch wenn sie dabei stets versucht, die Methoden ihres zum Zweck der Unterdrückung geschaffenen Oberbaus zu verwerten. In diesem Moment stellt sich von neuem die Frage: Was tun? Wir erwidern: Die Gewalt ist kein Vorrecht der Ausbeuter, auch die Ausgebeuteten können sie anwenden und, mehr noch, müssen sie anwenden im rechten Moment. Marti sagte: Verbrecherisch handelt, wer in einem Land einen Krieg, der vermeidbar ist, vorbereitet; und wer einen unvermeidbaren Krieg vorzubereiten unterläßt."

Lenin seinerseits sagte: "Die Sozialdemokratie hat nie betrachtet und betrachtet nicht den Krieg von einem sentimentalen Standpunkt aus. Sie verdammt absolut den Krieg als grausames Mittel der Klärung von Differenzen zwischen den Menschen, aber sie weiß, daß Kriege unvermeidlich sind, solange die Gesellschaft in Klassen gespalten ist, solange es Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt. Und um mit dieser Ausbeutung Schluß zu machen, werden wir nicht vom Krieg absehen, zu dem immer und überall die eigenen Ausbeuter-, Herrscher- und Unterdrückerklassen greifen." Das sagte er im Jahre 1905; später, als er im Militärprogramm der proletarischen Revolution eine tiefgründige Analyse der Natur des Klassenkampfes gab, stellte er fest: "Wer den Klassenkampf anerkennt, der kann nicht umhin, auch Bürgerkriege anzuerkennen, die in jeder Klassengesellschaft eine natürliche, unter gewissen Umständen unvermeidliche Weiterführung, Entwicklung und Verschärfung des Klassenkampfes darstellen. Alle großen Revolutionen bestätigen das. Bürgerkriege zu verneinen oder zu vergessen, hieße in den äußersten Opportunismus verfallen und auf die sozialistische Revolution verzichten."(7)

D.h., wir dürfen die Gewalt nicht fürchten, die Hebamme der neuen Gesellschaften; nur daß die Gewalt genau in dem Moment entfesselt werden muß, wo die Führer des Volkes die günstigsten Umstände ausfindig gemacht haben.

Welche sind dies? Sie hängen subjektiv von zwei Faktoren ab, die sich ergänzen und die sich ihrerseits im Verlauf des Kampfes allmählich vertiefen: dem Bewußtsein von der Notwendigkeit einer Änderung und der Gewißheit von der Möglichkeit dieser revolutionären Anderung; zusammen mit den objektiven Bedingungen- die in fast ganz Amerika äußerst günstig sind für die Entfaltung des Kampfes -, mit der Festigkeit des Willens zur Erreichung jenes Zieles und mit dem neuen Kräfteverhältnis in der Weit bedingen sie die Art des Handeins.

Wie weit die sozialistischen Länder auch entfernt sind, immer wird ihr wohltätiger Einfluß auf die kämpfenden Völker spürbar sein, und ihr erzieherisches Beispiel wird ihnen größere Kraft geben. Fidel Castro sagte am 26. Juli dieses Jahres: (8) Und die Pflicht der Revolutionäre ist es vor allem jetzt, die auf der Welt stattgefundenen Veränderungen im Kräfteverhältnis wahrnehmen zu können, aufspüren zu können und zu begreifen, daß diese Veränderung den Kampf der Völker erleichtert. Die Pflicht der Revolutionäre, der lateinamerikanischen Revolutionäre, besteht nicht im Warten darauf, daß die Veränderung im Kräfteverhältnis das Wunder der sozialen Revolution in Lateinamerika hervorbringe, sondern im richtigen Ausnützen all der Vorteile, die diese Veränderung im Kräfteverhältnis für die revolutionäre Bewegung bietet, und im Machen der Revolutionen!"

Es gibt Leute, die sagen: "wir akzeptieren den revolutionären Krieg als angemessenes Mittel, um in bestimmten besonderen Fällen zur Eroberung der politischen Macht zu gelangen; aber woher nehmen wir die großen Anführer, die Fidel Castros, die uns zum Triumph führen?" Fidel Castro ist wie jedes Menschliche Wesen ein Produkt der Geschichte. Die - wenn möglich in einer Person vereinten militärischen und politischen Führer, die die Aufstandsbewegungen in Amerika leiten sollen, werden die Kriegskunst erlernen durch die Kriegsführung selbst. Es gibt kein Handwerk und keinen Beruf, die man nur aus Lehrbüchern erlernen könnte. Der Kampf ist in diesem Fall der große Lehrmeister.

Selbstverständlich wird die Aufgabe weder einfach sein noch in ihrem ganzen Verlauf frei von schweren Bedrohungen. In der Entwicklung des bewaffneten Kampfs treten zwei Momente äußerster Gefahr für die Zukunft der Revolution auf. Das erste davon entsteht in der Vorbereitungsphase, und die Art, wie es gelöst wird, gibt ein Maß ab für die Kampfentschlossenheit und das klare Zielbewußtsein der Volkskräfte. Wenn der bürgerliche Staat gegen die Positionen des Volkes vorrückt, muß offensichtlich ein Prozeß der Verteidigung ins Werk gesetzt werden gegen den Feind, der in diesem Moment der Überlegenheit angreift. Wenn sich bereits die objektiven und subjektiven Minimalbedingungen entwickelt haben, muß die Verteidigung eine bewaffnete sein, jedoch dergestalt, daß die Volkskräfte nicht zu bloßen Empfängern der Schläge des Feindes werden; man darf auch nicht zulassen, daß der Schauplatz der bewaffneten Verteidigung sich bloß in eine letzte Zuflucht der Verfolgten verwandelt. Der Kleinkrieg, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Verteidigungsbewegung des Volkes, birgt in sich und muß ständig entfalten die Fähigkeit zum Angriff auf den Feind. Diese Fähigkeit ist es, die mit der Zeit allmählich seinen Charakter als Katalysator der Volkskräfte bestimmt. Das heißt, der Kleinkrieg ist keine passive Selbstverteidigung, er ist Verteidigung mit Angriff, und sobald er als solcher konzipiert wird, hat er als Endperspektive die Eroberung der politischen Macht.

Dieses erste Moment ist bedeutungsvoll. In den gesellschaftlichen Prozessen kann der Unterschied zwischen Gewalt und Nichtgewalt nicht an der Zahl der gewechselten Schüsse gemessen werden; er bezieht sich auf konkrete im Fluß befindliche Situationen. Und man muß den Augenblick zu erkennen wissen, wo die Volkskräfte, ihrer relativen Schwäche bewußt, aber zugleich auch ihrer strategischen Stärke bewußt, den Feind zwingen müssen, die Schritte zu tun, die nötig sind, damit die Situation nicht rückläufig wird. Das Gleichgewicht oligarchische Diktatur - Druck des Volkes muß zerstört werden. Die Diktatur versucht regelmäßig, ohne auffällige Gewaltanwendung auszukommen; indem man sie zwingt, sich ohne Maske zu zeigen, d.h. in ihrer wahren Gestalt als gewaltsame Diktatur der reaktionären Klassen, wird man zu ihrer Entlarvung beitragen, was den Kampf so bis zum Äußersten verschärfen wird, daß es kein Zurück mehr gibt. Davon, wie die Volkskräfte, welche die Diktatur zum Aufdecken der Karten - entweder zum Nachgeben oder zum Auslösen des Kampfes - zwingen müssen, ihre Funktion erfüllen, hängt der gesicherte Beginn einer weitreichenden bewaffneten Aktion ab.

Das Fertigwerden mit dem zweiten gefährlichen Moment hängt von der Macht der aufsteigenden Entwicklung der Volkskräfte ab. Marx empfahl immer, wenn einmal der revolutionäre Prozeß in Gang gekommen sei, müsse das Proletariat pausenlos zuschlagen. Eine Revolution, die sich nicht ständig vertieft, ist eine zurückgehende Revolution. Die Kämpfer beginnen, erschöpft, die Zuversicht zu verlieren, und dann kann irgendeines der Manöver verfangen, die uns die Bourgeoisie schon so oft vorexerziert hat. Es kann in Wahlen bestehen mit Übertragung der Macht an einen anderen Herrn mit süßerer Stimme und engelhafterem Antlitz als der abgelöste Diktator oder in einem Staatsstreich der Reaktionäre, die gewöhnlich von der Armee angeführt werden und sich dabei direkt oder indirekt der fortschrittlichen Kräfte als Stütze bedienen. Es sind noch andere Manöver denkbar, aber es ist nicht unsere Absicht, taktische Tricks zu untersuchen.

Wir lenken die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das oben erwähnte Manöver des Militärputschs. Was können die Militärs für die wahre Demokratie tun? Welche Loyalität kann man von ihnen verlangen, wenn sie bloße Herrschaftsinstrumente der reaktionären Klassen und der imperialistischen Monopole sind und wenn sie als eine Kaste, die so viel wert ist als sie Waffen besitzt, lediglich nach der Aufrechterhaltung ihrer Privilegien streben?

Wenn die Militärs in für die Unterdrücker schwierigen Situationen konspirieren und einen de facto besiegten Diktator stürzen, so muß man annehmen, daß sie es deswegen tun, weil dieser nicht imstande ist, ihre Klassenprivilegien zu erhalten, ohne zur äußersten Gewalt zu greifen - was unter den gegenwärtigen Umständen den Interessen der Oligarchie gewöhnlich nicht zuträglich ist.

Diese Behauptung bedeutet keineswegs ein Verwerfen der Nutzbarmachung von Militärs als individuelle Kämpfer, losgelöst von dem sozialen Milieu, in dem sie gewirkt haben. Und diese Nutzbarmachung muß erfolgen im Rahmen der revolutionären Führung, der sie als Kämpfer und nicht als Vertreter einer Kaste angehören werden.

In schon weit zurückliegenden Zeiten schrieb Engels im Vorwort zur dritten Auflage des Bürgerkrieges in Frankreich: "Die Arbeiter (waren nach jeder Revolution) bewaffnet; für die am Staatsruder befindliche Bourgeois war daher Entwaffnung der Arbeiter erstes Gebot. Daher nach jeder, durch die Arbeiter erkämpften Revolution ein neuer Kampf, der mit der Niederlage der Arbeiter endigt." (Zitiert nach Lenin, Staat und Revolution).(9)

Dieses Spiel fortwährender Kämpfe, bei dem eine formale Anderung irgendwelcher Art erreicht wird und strategisch ein Rückschritt erfolgt, hat sich jahrzehntelang in der kapitalistischen Welt wiederholt. Mehr noch, der permanente Betrug am Proletariat in dieser Form hat bereits über ein Jahrhundert periodischen Vorkommens hinter sich. Gefährlich ist es auch, wenn, vom Wunsch geleitet, durch Ausnutzung gewisser Aspekte der bürgerlichen Legalität für eine Zeit lang günstigere Bedingungen für die revolutionäre Aktion zu behalten, die Führer der fortschrittlichen Parteien die Begriffe durcheinanderbringen eine im Verlauf der Aktion sehr geläufige Erscheinung - und das entscheidende strategische Ziel vergessen: d i e E r o b e r u n g der Macht.

Diese zwei schwierigen Momente der Revolution, die wir summarisch untersucht haben, werden dann überwunden, wenn die marxistisch-leninistischen Führungsparteien imstande sind, die momentanen Verwicklungen zu durchschauen und die Massen im höchsten Grade zu mobilisieren, indem man sie auf dem richtigen Weg der Lösung der Hauptwidersprüche führt.

Bei der Ausarbeitung des Themas haben wir angenommen, daß man eventuell den Gedanken des bewaffneten Kampfs akzeptieren wird und auch die Form des Partisanenkrieges als Kampfmethode. Warum halten wir unter den gegenwärtigen Bedingungen Amerikas den Partisanenkrieg für den richtigen Weg? Es gibt grundlegende Argumente, die unserer Meinung nach die Notwendigkeit einer Guerilla-Aktion als zentraler Achse des Kampfes in Amerika bestimmen.

1. Wenn man als wahr annimmt, daß der Feind kämpfen wird, um sich an der Macht zu halten, muß man an die Zeratörung der Unterdrückungsarmee denken; um sie zu zerstören, muß man ihr eine Volksarmee entgegenstellen. Diese Armee entsteht nicht spontan, sie muß sich aus dem Arsenal, das ihr der Feind beschert, bewaffnen, und das bedingt einen harten und sehr langen Kampf, in dem die Volkskräfte und ihre Führer stets dem Angriff überlegener Streitkräfte ausgesetzt wären, ohne entsprechende Verteidigungs- und Manövriermöglichkeiten.

Demgegenüber gewährleistet der in kampfgünstigem Gelände eingenistete Partisanen-Kern Sicherheit und Dauer der revolutionären Führung. Die städtischen Kräfte können, vom Generalstab der Volksarmee gesteuert, Aktionen von unübersehbarer Bedeutung vollbringen. Die eventuelle Zerschlagung dieser Gruppen würde die Seele der Revolution, Ihren Führungsstab, nicht töten, der von seiner ländlichen Festung aus fortfahren würde, als Katalysator des revolutionären Geistes der Massen zu wirken und neue Kräfte für weitere Schlachten zu organisieren.

Darüberhinaus beginnt in diesem Gebiet die Herausbildung des zukünftigen Staatsapparats, der während der ganzen Übergansperiode die Aufgabe hat, die Klassendiktatur wirksam anzuleiten. Je länger der Kampf dauert, desto größer und komplizierter werden die administrativen Probleme sein, und ihre Lösung wird die Kader trainieren für die schwierige Aufgabe, in einer zukünftigen Phase die Macht zu festigen und die Wirtschaft zu entwickeln.

2. Die allgemeine Lage der lateinamerikanischen Bauernschaft und der von Mal zu Mal explosivere Charakter ihres Kampfes gegen die feudalen Strukturen, im Rahmen einer gesellschaftlichen Bündnissituation zwischen einheimischen und ausländischen Ausbeutern.

Zurück zur Zweiten Deklaration von Havanna: "Die Völker Amerikas befreiten sich von der spanischen Kolonialherrschaft zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, aber sie befreiten sich nicht von der Ausbeutung. Die feudalen Großgrundbesitzer übernahmen die Autoritätsfunktion der spanischen Gouverneure, die Indios verharrten in leidvoller Knechtschaft, der lateinamerikanische Mensch blieb weiterhin in der einen oder anderen Form ein Sklave, und die geringsten Hoffnungen der Völker kommen unter der Macht der Oligarchien und unter dem Joch des ausländischen Kapitals zum Erliegen. Das ist die bisherige amerikanische Wirklichkeit, mit der oder jener Schattierung, mit der einen oder anderen Variante. Heute ist Amerika einem viel wüsteren, viel mächtigeren und viel erbarmungsloseren Imperialismus unterworfen, als es der spanische Kolonialimperialismus war.

"Und welches ist, angesichts der objektiven und historisch unabwendbaren Realität der lateinamerikanischen Revolution, die Haltung des Yankee-Imperialismus? Vorbereitung auf die Führung eines Kolonialkrieges gegen die Völker Lateinamerikas; Schaffung des militärischen Apparats, der politischen Vorwände und der pseudolegalen Handhaben in Gestalt von Verträgen mit den Vertretern der reaktionären Oligarchien, um den Kampf der lateinamerikanischen Völker mit Feuer und Schwert niederwerfen." (10) Diese objektive Lage zeigt uns die Kraft, die ungenutzt in unseren Bauern schlummert, und die Notwendigkeit, sie zur Befreiung Amerikas fruchtbar zu machen.

3. Der kontinentale Charakter des Kampfes.

Ließe sich diese neue Phase der Emanzipation Amerikas vorstellen als ein Sichmessen zweier örtlicher Kräfte im Kampf um die Macht über ein bestimmtes Territorium? Schwerlich. Der Kampf wird ein Kampf auf Leben und Tod sein zwischen allen Volkskräften und allen Repressionskräften. (11) Auch die oben zitierten Passagen sagen es voraus.

Die Yankees werden intervenieren aus Interessensolidarität und, weil der Kampf in Amerika entscheidend ist. Tatsächlich intervenieren sie bereits mit der Vorbereitung der Repressionskorps und mit der Organisierung eines kontinentalen Kampfapparates. Aber von nun an werden sie es mit aller Energie tun; sie werden die Volkskräfte mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Vernichtungswaffen züchtigen; sie werden der revolutionären Macht nicht erlauben, sich zu konsolidieren; und sollte eine solche dennoch dazu kommen, werden sie von neuem angreifen, sie nicht anerkennen, die revolutionären Kräfte zu spalten versuchen, Saboteure jeder Art einschleusen, Grenzkonflikte schaffen, andere reaktionäre Staaten dagegen aufhetzen, sich daran zu machen, den neuen Staat wirtschaftlich zu strangulieren, kurz: zu vernichten.

Angesichts dieses amerikanischen Panoramas gestaltet sich die Erringung und Konsolidierung des Sieges in einem isolierten Land schwierig. Auf die Vereinigung der Repressionskräfte muß mit der Vereinigung der Volkskräfte geantwortet werden. In allen Ländern, in denen die Unterdrückung einen unerträglichen Grad erreicht, muß die Fahne der Rebellion aufgepflanzt werden, und diese Fahne wird aufgrund historischer Notwendigkeit kontinentale Züge tragen. Die Andencordillere ist berufen, die Sierra Maestra Amerikas zu sein, wie Fidel sagte; und all die riesigen Territorien, die dieser Kontinent umschließt, sind berufen, Schauplatz des Kampfes auf Leben und Tod gegen die Macht des Imperialismus zu sein.

Wir können nicht sagen, wann der Kampf diesen kontinentalen Charakter annehmen wird, noch, wie lange er dauern wird; aber wir können sein Heraufkommen und seinen Triumpf voraussagen, weil er das Ergebnis unvermeidlicher historischer, ökonomischer und politischer Umstände ist und weil sein Kurs nicht umgebogen werden kann. Ihn zu beginnen, wenn die Bedingungen gegeben sind, unabhängig von der Situation in den anderen Ländern, ist die Aufgabe der revolutionären Kraft in jedem Land. Die Entwicklung des Kampfes wird nach und nach die Gesamtstrategie bedingen; die Voraussage des kontinentalen Charakters entspringt der Analyse der Kräfte auf jeder Seite, aber das schließt keineswegs den unabhängigen Ausbruch aus. So wie die Eröffnung des Kampfes an einem Punkt eines Landes dazu bestimmt ist, ihn in dessen gesamtem Bereich zu entfalten, so trägt die Auslösung des revolutionären Kriegs dazu bei, neue Bedingungen in den Nachbarländern zu entwickeln.

Die Entwicklung der Revolutionen ist normalerweise in der Form umgekehrt proportionaler Gezeitenströme vor sich gegangen; der revolutionären Flut entspricht die konterrevolutionäre Ebbe, und umgekehrt gibt es in den Momenten revolutionären Niedergangs einen konterrevolutionären Aufstieg. In diesen Augenblicken wird die Lage der Volkskräfte wieder schwierig, und sie müssen zu den besten Verteidigungsmitteln greifen, um die geringsten Rückschläge zu erleiden. Der Feind ist außerordentlich stark, er ist kontinental. Deshalb darf die relative Schwäche der lokalen Bourgeoisien nicht zugrundegelegt werden, um Entscheidungen von beschränkter Reichweite zu treffen. Noch weniger ließe sich an ein eventuelles Bündnis dieser Oligarchien mit dem bewaffneten Volk denken. Die Cubanische Revolution hat die Alarmglocke geläutet. Die Polarisierung der Kräfte wird total werden: Ausbeuter auf der einen Seite und Ausgebeutete auf der anderen; die Masse des Kleinbürgertums wird sich der einen oder anderen Partei zuneigen, je nach ihren Interessen und dem politischen Geschick, mit der sie behandelt wird; das Neutralbleiben wird eine Ausnahme bilden. So wird der revolutionäre Krieg aussehen.

Sehen wir, wie ein Guerilla-Brennpunkt anfangen könnte.

Relativ keine Kerngruppen von Menschen wählen für den Partisanenkrieg günstige Örtlichkeiten aus, sei es mit der Absicht, einen Gegenangriff zu entfesseln oder dem großen Sturm elastisch auszuweichen, und beginnen dort zu wirken. Man muß klar folgendes herausstellen: im ersten Moment ist die relative Schwäche der Partisanen so groß, daß sie ihre Arbeit darauf beschränken müssen, sich im Gelände festzusetzen, die Umgebung kennen zu lernen, indem sie Verbindungen zur Bevölkerung herstellen und die Orte verstärken, die eventuell zu Stützpunkten werden können.

Es gibt drei Bedingungen für das Oberleben einer Partisaneneinheit, die ihre Entwicklung unter den hier genannten Voraussetzungen beginnt: dauernde Beweglichkeit, dauernde Wachsamkeit, dauernder Argwohn. Ohne die entsprechende Anwendung dieser drei Elemente der militärischen Taktik wird die Partisaneneinheit kaum überleben. Es muß daran erinnert werden, daß der Heroismus des Guerillakämpfers In diesen Momenten in der Größe des gesteckten Ziels besteht und in der Vielzahl von Opfern, die er zu seiner Verwirklichung wird bringen müssen.

Diese Opfer werden nicht das tägliche Gefecht, der Kampf Mann gegen Mann mit dem Feind, sein; sie werden viel subtilere und körperlich und geistig für die Partisanen viel schwerer auszuhaltende Formen annehmen.

Sie werden vielleicht von den feindlichen Armeen schlimm heimgesucht werden; bisweilen in Gruppen zersprengt werden; gefoltert werden, wenn sie in Gefangenschaft geraten; in den für die Aktivität gewählten Gebieten wie gehetzte Tiere verfolgt werden; ständig davon beunruhigt, daß Feinde den Partisanen auf den Fersen sind; mit dem ständigen Argwohn gegenüber allem und jedem, sogar daß die eingeschüchterten Bauern sie unter gewissen Umständen ausliefern werden, um mit dem Verschwinden des Vorwands die Repressionstruppen loszuwerden; ohne eine andere Alternative als Tod oder Sieg in Augenblicken, wo der Tod eine tausendmal gegenwärtige Vorstellung ist und der Sieg der Traum, den nur ein Revolutionär träumen kann.

Dies ist das Heldentum des Kleinkriegs; deshalb sagt man, daß auch Marschieren eine Form des Kämpfens ist, daß einem Gefecht zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Wege zu gehen nichts als eine Form des Kämpfens ist. Die Zielsetzung besteht darin, angesichts der allgemeinen Überlegenheit des Feindes die taktische Formel zur Erlangung einer relativen Oberlegenheit an einem gewählten Punkt zu finden, indem man das Kräfteverhältnis entweder dadurch umkehrt, daß man größere Truppenstärken als jener konzentrieren kann, oder dadurch, daß man sich bei der Ausnutzung des Geländes Vorteile sichert. Unter diesen Bedingungen ist der taktische Sieg gesichert; wenn die relative Überlegenheit nicht eindeutig ist, ist es besser, nicht tätig zu werden. Man darf kein Gefecht liefern, das nicht zu einem Sieg führt; das Wie und Wann dagegen kann man auswählen.

Im Rahmen der großen politisch-militärischen Aktion, von der er ein Bestandteil ist, wird der Kleinkrieg allmählich anwachsen und festen Fuß fassen; es werden sich dann die Stützpunkte herausbilden, ein grundlegendes Element für das Gedeihen der Partisanenarmee. Diese Basen sind Punkte, wo das feindliche Heer nur um den Preis hoher Verluste eindringen kann; Bastionen der Revolution, Zuflucht und Sprungbrett der Partisanen für immer weitere und kühnere Streifzüge.

Dieser Moment wird erreicht, wenn man die Schwierigkeiten taktischer und politischer Natur gleichzeitig überwunden hat. Die Partisanen dürfen niemals ihre Funktion als Avantgarde des Volkes, den Auftrag, den sie verkörpern, vergessen und müssen deshalb die notwendigen politischen Voraussetzungen schaffen für die Errichtung der revolutionären Macht, die sich auf die vollständige Unterstützung der Massen gründet. Die großen Forderungen der Bauernschaft müssen in dem Maß und in der Form, wie es die Umstände gestatten, befriedigt werden, wobei man aus der ganzen Bevölkerung eine kompakte und entschlossene Gesamtheit macht.

Wenn die militärische Situation der ersten Momente schwierig sein wird, so wird die politische nicht weniger heikel sein; und wenn ein einziger militärischer Fehler den Kleinkrieg liquidieren kann, so kann ein politischer Fehler dessen Entwicklung während langer Perioden hemmen.

Politisch-militärisch ist der Kampf, als solcher muß er entwickelt und folglich verstanden werden.

Der Kleinkrieg gelangt in seinem Wachstumsprozeß an einen Punkt, wo sein Aktionsradius eine Region bestreicht, für deren Dimensionen weniger Partisanen nötig sind, und wo sie in dem Gebiet übermäßig konzentriert sind. Dann beginnt der Bienenstockeffekt, bei dem einer der Anführer, ein bewährter Partisan, in eine andere Region wechselt und die Entwicklungsreihe des Partisanenkriegs wiederholt, freilich unter einem zentralen Oberbefehl.

Hier nun ist der Hinweis angebracht, daß man nicht auf den Sieg hoffen kann ohne die Bildung eines Volksheers. Die Partisanenkräfte werden sich bis zu einer bestimmten Größe ausdehnen können; die Volkskräfte in den Städten und in sonstigen für den Feind passierbaren Gebieten werden dem Feind Schaden zufügen können - aber das Militärpotential der Reaktion wird trotzdem intakt bleiben. Man muß sich Immer vor Augen halten, daß das Endergebnis die Vernichtung des Gegners sein soll. Zu diesem Zweck müssen all diese neuen Gebiete, die geschaffen werden, plus die Gebiete, die hinter den Linien des Feindes bereits Löcher bilden,(12) plus die Kräfte, die in den wichtigsten Städten operieren, dem revolutionären Oberbefehl unterstehen. Man wird nicht verlangen können, daß die lückenlose hierarchische Befehlsstruktur besteht, die ein Heer auszeichnet, aber doch eine strategische Befehlsstruktur. Innerhalb eines bestimmten Spielraums von Handlungsfreiheit müssen die Partisaneneinheiten alle strategischen Anordnungen des zentralen Oberkommandos ausführen, das in irgendeinem der Gebiete installiert ist, in dem sichersten und stärksten, und die Bedingungen vorbereitet für die Vereinigung der Kräfte zu einem gegebenen Zeitpunkt.

Der Partisanenkrieg oder Befreiungskrieg hat in der Regel drei Phasen: die erste ist die der strategischen Defensive, wo die kleine Streitmacht, die flieht, den Feind beißt; sie verkriecht sich nicht, um eine passive Verteidigung in einem kleinen Umkreis durchzuführen, sondern ihre Verteidigung besteht in den begrenzten Angriffen, die sie ausführen kann. Danach gelangt man an einen Punkt des Gleichgewichts, wo sich die Aktionsmöglichkeiten des Feindes und der Guerilla stabilisieren, und schließlich zur Endphase der Überflügelung der Repressionsarmee, die zur Einnahme der großen Städte, zu den großen Entscheidungsschlachten, zur völligen Vernichtung des Gegners führen wird. Nachdem er den Gleichgewichtspunkt erreicht hat, wo beide Kräfte sich gegenseitig für voll nehmen, nimmt der Partisanenkrieg im Verlauf seiner weiteren Entwicklung neue Züge an. Der Begriff des Manövers beginnt Eingang zu finden; große Kolonnen, die Befestigungen angreifen; Bewegungskrieg mit Truppenverschiebung und Angriffsmittel von relativer Schlagkraft. Aber infolge der Widerstands- und Gegenangriffskapazität, die der Feind trotzdem behält, ersetzt der Krieg der Manöver nicht die Partisanen; er ist lediglich eine Form ihres Wirkens; eine gesteigerte Quantität der Partisanenstreitkräfte - bis sich aus ihr ein Volksheer mit Armeekorps herauskristallisiert. Noch in diesem Moment werden, den Aktionen der Hauptstreitkräfte vorausmarschierend, die Partisanen in ihrer "reinen" Form auftreten, indem sie Nachrichtenverbindungen zerstören, den gesamten Verteidigungsapparat des Feindes sabotieren.

Wir haben vorausgesagt, daß der Krieg kontinental sein wird. Das bedeutet auch, daß er langwierig sein wird; er wird viele Fronten haben, er wird viel Blut kosten, ungezählte Leben lange Zeit hindurch. Aber darüber hinaus bedeuten die Erscheinungen von Kräftepolarisierung, die in Amerika auftreten, die klare Trennung zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten, die in den zukünftigen revolutionären Kriegen vorhanden sein wird, daß im Moment der Eroberung der Macht durch die bewaffnete Avantgarde des Volkes das Land oder die Länder, denen sie gelingt, in der Gestalt des Unterdrückers gleichzeitig die Imperialisten und die einheimischen Ausbeuter liquidiert haben werden. Die erste Etappe der sozialistischen Revolution wird herauskristallisiert sein; die Völker werden bereit sein, ihre Wunden zu verbinden und den Aufbau des Sozialismus in Angriff zu nehmen.

Wird es andere, weniger blutige Möglichkeiten geben? Es ist lange her, das die letzte Aufteilung der Welt durchgeführt wurde, bei der die USA den Löwenanteil an unserem Kontinent abbekamen; heute formieren sich von neuem die Imperialisten der Alten Welt, und die Potenz der EWG schüchtert selbst die Nordamerikaner ein. All das könnte den Gedanken nahelegen, es bestünde die Möglichkeit, dem interimperialistischen Kampf als Zuschauer beizuwohnen, um danach vorzurücken, vielleicht im Bündnis mit den stärksten nationalen Bourgeoisien. Abgesehen davon, daß eine passive Politik niemals gute Ergebnisse im Klassenkampf zeitigt und daß die Bündnisse mit der Bourgeoisie, so revolutionär diese auch in einem bestimmten Moment scheinen mag, lediglich vorübergehenden Charakter tragen, gibt es zeitliche Gründe, die zur Einnahme eines anderen Standpunkts veranlassen. Die Verschärfung des Hauptwiderspruches scheint in Amerika so rasend schnell vor sich zu gehen, daß sie die "normale" Entwicklung der Widersprüche im imperialistischen Lager in dessen Kampf um die Märkte stört.

Die nationalen Bourgeoisien haben sich in ihrer großen Mehrheit mit dem nordamerikanischen Imperialismus vereinigt und müssen dasselbe Schicksal wie jener im jeweiligen Land erleiden. Selbst in den Fällen, wo es zu Pakten zwischen der nationalen Bourgeoisie und anderen Imperialismen bzw. zu einem Zusammenfall der Widersprüche gegenüber dem nordamerikanischen Imperialismus kommt, geschieht das im Rahmen eines grundlegenden Kampfes, der im Verlauf seiner Entwicklung notwendigerweise a l l e A u s g e b e u t e t e n u n d a l l e A u s b e u t e r einbeziehen wird. Die Polarisierung der antagonistischen Kräfte von Klassengegnern erfolgt bis jetzt viel schneller als die Entwicklung der Widersprüche zwischen Ausbeutern bei der Teilung der Beute. Die Lager sind zwei: die Alternative wird klarer für jedes Individuum und für jede besondere Bevölkerungsschicht. Die Allianz für den Fortschritt ist ein Versuch, das Unaufhaltsame aufzuhalten.

Wenn jedoch der Vormarsch der EWG oder irgendeiner anderen imperialistischen Gruppe auf die amerikanischen Märkte schneller als die Entwicklung des Hauptwiderspruchs erfolgen sollte, so bliebe nur, die Volkskräfte als Keil in die geöffnete Bresche hineinzuführen, wobei diese den gesamten Kampf führen und die neuen Eindringlinge benutzen im klaren Bewußtsein von deren Endabsichten. Man darf dem Klassenfeind weder eine Position noch eine Waffe noch ein Geheimnis anvertrauen, sonst verliert man sie.

Tatsächlich ist der Ausbruch des amerikanischen Kampfes erfolgt. Wird sein Sturmzentrum in Venezuela, Guatemala, Columbien, Perú, Ecuador ... liegen? Werden sich die gegenwärtigen Scharmützei lediglich als Äußerung einer Unruhe erweisen, die keine Frucht gezeitigt hat? Es spielt keine Rolle, was das Ergebnis der heutigen Kämpfe ist. Es spielt keine Rolle für das Endergebnis, wenn die eine oder andere Bewegung vorübergehend vom Weg abkommt. Entscheidend ist die Kampfentschlossenheit, die von Tag zu Tag heranreift; daß Bewußtsein von der Notwendigkeit der revolutionären Änderung, die Gewißheit ihrer Möglichkeit. Das ist eine Voraussage. Wir machen sie in der Überzeugung, daß die Geschichte uns recht geben wird. Die Analyse der objektiven und subjektiven Faktoren Amerikas und der imperialistischen Weit gibt uns die Gewähr für die Richtigkeit dieser Behauptungen, die auf der Zweiten Deklaration von Havanna fußen.

1) Erschienen in Cuba Socialista Jg. III/Nr. 25, September 1963, S. 1-17 unter dem Titel Guerra de guerrillas: un método'.

2) Im antifaschistischen Kampf.

3) Vgl. Ernesto Che Guevara, Der Partisanenkrieg (Deutscher Militärverlag Berlin 1962) S. 11. Im Text neue Übersetzung des Zitats aus dem Spanischen.

4) Vgl. Dr. Fidel Castro Ruz, Fanal Cuba. Reden und Schriften 1960 bis 1962. Mit einem Dokumentenanhang (Dietz Verlag Berlin 1963) S. 393-394. Im Text neue Obersetzung des Zitats aus dem Spanischen.

5) Vgl. Fanal Cuba (Dietz Verlag Berlin 1963) S. 378-379. Im Text neue Übersetzung des Zitats aus dem Spanischen.

6) Siehe W. 1. Lenin, Ausgewählte Werke Band II (Dietz Verlag Berlin 1953) S. 161. Im Text leicht revidiert nach V. 1. Lenin, Izbrannye proizvedenija v dvuch tomach (OGIZ 4/1946) II 129.

7) Siehe Lenin, Ausgewählte Werke Sand I (Verlag für fremdsprachige Literatur Moskau 1946) S. 877.

8) 1963.

9) Siehe Karl Marx / Friedrich Engels, Werke Band 17 (Dietz Verlag Berlin 1964) S. 616 und vgl. W. 1. Lenin, Ausgewählte Werke Band 11 (Dietz Verlag Berlin 1953) S. 214.

10) Vgl. Fanal Cuba (Dietz Verlag Berlin 1963) S. 379-380. Im Text neue Übersetzung des Zitats aus dem Spanischen.

11) Der Ausdruck "Repression" (span. represión) wird hier und im folgenden beibehalten, da er nicht mit "Unterdrückung" (span. opresión) identisch ist: im zweiten Fall handelt es sich, um den Z u s t a n d , daß die Herrschaft der "Unterdrücker" (S. 24) auf dem p a s s i v duldenden Volk d r ü c k e n d l a s t e t - bis sie unerträglich" (S. 18) wird und so erst das "schlummernde" revolutionäre Potential (S. 17) freisetzt -; im ersten Fall handelt es sich um den Vorgang, daß die bereits bedrohte Herrschaft die aktiv für ihre Befreiung kämpfenden "Volkskräfte" niederzuwerfen (S. 4) und konterrevolutionär zurückzuschlagen sucht mit den Mitteln der counter strategy", des "special war" usw.

l2) Vgl. die Kartenskizze. (Die Karte zeigt den antijapanischen Krieg des chinesischen Volks in einem Stadium, wo die "Löcher" hinter den Linien des Feindes schon sehr groß sind. Aber die Eisenbahnlinien sind meist noch in der Hand der japanischen Besatzer, führen allerdings oft durch Gebiete, in denen Partisanen kämpfen. Und die Partisanengebiete sind meist um die Antijapanischen Demokratischen Stützpunkte, die "Löcher", gelagert. Das Gebiet um Yeran, von wo die antijapanische demokratische Bewegung geleitet wurde, liegt schon außerhalb des von den japanischen Invasoren besetzten Gebiets. Andererseits zeigt das Gebiet um Yenan auch den Charakter des antijapanischen Bündnisses mit der nationalen Bourgeoisie: die Kuomintang hat eine Umzingelungslinie um das Gebiet von Yenan gezogen.)



Quelle: FAZIT-Reihe, I ´66, S. 15, Köln und München 1966




 




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