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Beiträge zur Geschichte  









Der Wiener Kongreß

Nach der Schlacht bei Leipzig brach der Rheinbund zusammen. Den Fürsten wurde von den Siegern Souveränität und Besitzstand garantiert. Mit Ausnahme von König Jerome und dem Fürsten Dallberg, die ins Ausland geflüchtet waren sowie des Großherzogs von Frankfurt und die Fürsten Isenburg und von der Leyen, da bei ihnen vorzugsweise "undeutsches Verhalten" entdeckt sein sollte. Auch das Schicksal des Königs von Sachsen blieb ungewiß: Sein Land wurde vorläufig als Entschädigungsobjekt angesehen. Metternich ma chte Napoleon ein geheimes Friedensangebot, in dem er Frankreich seine natürlichen Grenzen garantierte: die Pyrenäen, die Alpen und der Rhein. Napoleon lehnte ab. In den Niederlanden kommt es zum Aufstand und der Unabhängigskeitserklärung vom 1.12.1813. A m 30. Mai 1814 kommt es zum Ersten Frieden von Paris. Frankreich werden die Grenzen von 1792 zugestanden, auch Saarlouis und Landau. Es erhielt auch einen Teil der von England eroberten Kolonien zurück und brauchte keine Kriegsentschädigung zu zahlen. Es konnte auch die meisten der geraubten Kunstschätze behalten.

Ende September 1814 versammelten sich in Wien die Herrscher der meisten europäischen Staaten. Die Verhandlungen zogen sich über acht Monate hin. Auf dem Kongreß kam zum Ausdruck, daß gegen Napoleon drei verschiedene Gegner zeitweise zusammengewirkt hatten: die englische Oligarchie, die mit der französischen Bourgeoisie um die Weltherrschaft rang und schließlich gesiegt hatte, die feudalabsolutistischen Monarchien des Kontinents, die sich jeder Veränderung widersetzten und die nationale Befreiungsbewegung der Völker. "Von sämtlichen Siegermächten wurde der Sturz Napoleons als der Untergang der Französischen Revolution und als Triumph der Legitimität betrachtet." (Engels) "Es waren nur drei Staaten vertreten, die wußten, was sie wollten: England, das die Absicht hatte, seine Handelsvorherrschaft aufrechtzuerhalten und auszudehnen, den Löwenanteil am Raub der Kolonien davonzutragen und alle übrigen zu schwächen; Frankreich, das nicht allzu schwer in Mitleidenschaft gezogen werden und alle anderen schwächen wollte, und Rußland, das die Absicht hatte seine Macht und sein Territorium zu vermehren und alle anderen zu schwächen." (Engels) England hatte seine Ziele bereits durchs etzen können: Aneignung eines großen Teiles der französischen, holländischen und spanischen Kolonien sowie Maltas und Helgolands.

Gegensätze zwischen den Großmächten entzündete sich an der polnischen Frage und dem Schicksal Sachsens. Beide Fragen waren miteinander verknüpft. Zar Alexander I. wollte fast das ganze polnische Gebiet als Königreich durch Personalunion mit Rußland verbunden unter seinen Einfluß bringen, während Preußen als Entschädigung für seine verlorenen Ostgebiete Sachsen beanspruchte.

Am 3. Januar schlossen England, Frankreich und Österreich ein geheimes Militärbündnis zur Abwehr der russischen und preußischen Ansprüche. Nun lenkte Preußen ein. Es verzichtete auf Sachsen, annektierte aber seine nördlichen Gebiete und wurde im Rheinland entschädigt. Polen wurde von den Großmächten erneut aufgeteilt.

Zweiter Pariser Frieden

Nach der Schlacht bei Waterloo kommt es am 20.11.1815 zum 2. Pariser Frieden. Frankreich wird im wesentlichen auf die Grenzen von 1790 zurückgeführt. Es muß u.a. Saarbrücken und Saarlouis an Preußen und Landau an Bayern abtreten. Es hatte eine Kriegsentschädigung von 700 Millionen Francs zu zahlen und verpflichtete sich die geraubten Kunstschätze zurückzugeben. Nordfrankreich blieb bis auf weiteres besetzt (Drei Jahre).



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