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Beiträge zur Geschichte  









Der Zusammenbruch Preußens (1806) im Krieg gegen Napoleon

Der Krieg begann mit einer Reihe gewonnener Schlachten der Franzosen innerhalb von 6 Tagen. Am 14. Oktober 1806 kam es zu entscheidenden Schlacht bei Jena und dem 40 km entfernt liegenden Ort Auerstedt. Die Preußen wurden vernichtend geschlagen, ihr Oberbefehlshaber, der Herzog von Braunschweig, tödlich getroffen. Französische Truppen zogen in Berlin ein.

Preußen war ein rückständiger Feudalstaat, wo sich seit den Zeiten Friedrich des Großen kaum etwas geändert hatte. Man befolgte weiterhin die Lineartaktik, deren Grundlage der Bajonettangriff in geschlossener Formation ist. Nach dem Zusammenbruch Preußens erkannten auch die regierenden Kreise, daß sich Preußen ohne Reformen nicht mehr erholen werde.

Bis zum Jahre 1806 hatte Napoleon viele Siege errungen. Aber der Hauptkonkurrent und Feind Frankreichs war unbesiegt - England.

Die Kontinentalsperre

Da faßte Napoleon den Entschluß, Englands Wirtschaft tödlich zu treffen, in dem er ihr den europäischen Markt entzog. Er wollte den Handel Englands mit dem Kontinent total unterbinden, um es auf diese Weise zu vernichten. Diese Verordnung lautete: "Die britischen Inseln befinden sich im Blockadezustand." "Der Außenhandel mit den britischen Inseln und jegliche Beziehungen zu ihnen sind verboten." Alle Engländer sollten verhaftet, alle britischen Waren beschlagnahmt werden, die sich auf französichem Gebiet oder dem mit ihnen verbündeten Staaten befanden. Das galt auch für Rußland, das damals mit Frankreich verbündet war.

Nach dem Zusammenbruch Preußens zog Napoleon weiter nach Osten. Ende des Jahres 1806 zog er in Warschau ein. Im Februar 1807 kam es zur Schlacht bei Preußisch-Eylau, die unentschieden blieb. Wenig später bei Friedland schlug er die Russen. Zar Alexander I. mußte Frieden schließen. Im Vertrag zu Tilsit (1807) schlug Napoleon die Teilung Europas vor. Napoleon sollte den Westen, Alexander den Osten erhalten. Der Zar erkannte die Eroberungen Napoleons an und schloß mit ihm ein Militärbündnis ab und verpflichtete sich zur Einhaltung der Kontinentalsperre. Preußen mußte eine Kriegsentschädigung zahlen, sein Heer wurde auf 40 000 beschränkt. Es verlor seine westlichen Gebiete. Aus seinen westlichen Provinzen und drei anderen Staaten entstand das Königreich West falen, das dem Bruder Napoleons, Jerome, übertragen wurde. Aus dem größten Teil der Provinzen, die Preußen bei der Teilung Polens erhalten hatte, wurde das Großherzogtum Warschau gebildet, das sein Bundesgenosse, der König von Sachsen erhielt.

Im Jahre 1809 versuchte Österreich im Zusammenhang mit den Mißerfolgen Napoleons in Spanien, dessen Unterwerfung ihm nicht gelang, von neuem den Krieg gegen Frankreich aufzunehmen, aber das französische Heer schlug die Österreicher in fünf Tagen (19.-23.4 .) in fünf großen Schlachten. Im Juli 1809 kam es zur Entscheidungsschlacht bei Wagram. Es war eine der blutigsten Schlachten; sie endete mit dem Sieg der Franzosen. Allerdings klagte der Kaiser: "Das sind nicht mehr die Soldaten von Austerlitz". Nach dem Sieg bei Wagram hätte Napoleon die Möglichkeit gehabt, Österreich zu vernichten. Aber er wollte es als Bundesgenossen gegen England und Rußland gewinnen. Er heiratete die österreichische Prinzessin Marie-Luise.

Die von Napoleon unterworfenen Länder wurden unterschiedlich behandelt. Einige gliederte er Frankreich einfach an. 1811 bestand Frankreich nicht mehr aus 83, sondern aus 130 Departements. Die Schweiz und der Rheinbund waren von Frankreich abhängig, sie st anden unter seinem Protektorat. Im Königreich Neapel herrschte sein Bruder Joseph Bonaparte. Später ging Joseph nach Spanien und Napoleon setzte in Neapel seinen Marschall Murat ein.

Die Kontinentalsperre erwies sich immer mehr als Mißerfolg. England antwortete mit dem Kapern aller französischen Schiffe und der Schiffe seiner Verbündeten auf allen Meeren. Die französischen Waren reichten zur Deckung des Bedarfs auf dem Kontinent nicht aus. Außerdem waren sie teurer und schlechter. Der Schmuggel blühte.

In den besetzten Ländern kommt es zu Aufstandsbewegungen. Am 2. Mai bricht ein Aufstand in Madrid aus. Im Lande bilden sich Partisanengruppen. Die Engländer besetzen Portugal. Im November 1808 marschiert Napoleon mit 180.000 Mann in Spanien ein. Aber auch er wird mit der Aufstandsbewegung nicht fertig.



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