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Dokumente zum Zeitgeschehen
1990-2004

2004 Ausschnitt aus Wandbild Wilhelmstr., Berlin-Kreuzberg
2004-06-28  Dem irakischen Regierungsrat wird vorzeitig die Verwaltungsmacht von der US-Zivilverwaltung übergeben. Die multinationalen Truppen der Antiterrorkoalition, derzeit 149 000 Mann, bleiben im Irak stationiert, und können ohne Vetorecht der Übergangsregierung auch weiterhin auf US-Befehl militärisch eingreifen. Die Energieindustrie bleibt unter strikter Kontrolle der USA. Die "volle Souveränität" soll der Irak nach der Wahl einer demokratisch legitimierten Regierung bis spätestens Ende 2005 und dem Ende der Besatzung erhalten. Die Vertreter der Interimsgeregierung wurden nach Beratungen zwischen dem US-ernannten Regierungsrat sowie Vertretern der US-Verwaltung und der UN am 1. Juni eingesetzt.

2004-06-28  NATO-Gipfel in Istanbul

2004-06-17  Nach langem Gefeilsche einigen sich die 25 Europäischen Staats- und Regierungschefs auf den endgültigen Vertragstext der EU-Verfassung. Kritikpunkte: Ausgestaltung der doppelten Mehrheit bei Abstimmungen, welche Politikbereiche Einstimmigkeit erfordern; der Religionsbezug in der Präambel wird nicht aufgenommen; England sicherte sich seine traditionellen Vetorechte in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in der Sozial- und Steuergesetzgebung. Die Verfassung muss noch von den einzelnen Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. In mindestens acht von 25 Staaten soll ein Referendum stattfinden. Bis dahin gelten die alten EU-Verträge.

2004-06-13   Europawahl-Ergebnisse der Bundesrepublik - Nur 43 Prozent der Wahlberechtigten wählen. Die Grünen, FDP und PDS gewinnen an Stimmen, während die SPD 9,2 Prozent Stimmenverluste hat. Der Abwärtstrend der SPD ist unverkennbar und bestätigt sich auch am 27.06.2004 bei den Kommunalwahlen in Thüringen. Dort verliert die SPD ca. 9 Prozent (15,6 Prozent), während die PDS 6,7 Prozent gewinnt (24,6 Prozent) und die zweitstärkste Partei ist.

2004-04   DIE DUISBURGER ERKLÄRUNG. Traum- und Albtraum Amerika - Die USA als Problem Europas.
Diskussionsbeitrag zum Thema der Duisburger Aktzente 2004 mit dem Thema: "Endstation Amerika?"


2004-04-  SAPRI (Structural Adjustment Participatory Review International Network), eine Kooperation zwischen NGOs und Weltbank, veröffentlicht die Ergebnisse einer fünfjährigen Studie über der Folgen der von IWF und Weltbank forcierten Strukturanpassungspoltik in verschiedenen Sektoren und Ländern. Danach hat die Strukturanpassungspolitik zur weiteren Verarmung und sozialen Ungleichheit geführt.
Die Liberalisierung im Handels- und Finanzsektor ging zu Lasten der einheimischen Produktion, vorallem der kleinen und mittleren Unternehmen. Die restriktive öffentliche Ausgabenpolitik hat die Qualität des Bildungs- und Gesundheitssektors verschlechtert, der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wurde durch ihre Privatisierung weiter erschwert. Fallbeispiele der Studie sind Bangladesch, Equador, El Salvador, Ghana, Mali, Mexiko, die Philippinen, Simbabwe, Uganda und Ungarn.


2004-03-25  Bundestag debattiert über die zukünftigen Entscheidungsmodi für militärische Auslandseinsätze. (Auslandseinsatzmitwirkungsgesetz, Entsendegesetz oder auch Parlamentbeteiligungsgesetz genannt)
Zur Debatte stehen zwei Entwürfe:
FDP-Entwurf: Er sieht vor: Gründung eines Ausschusses für besondere Auslandseinsätze, bestehend aus 11 Abgeordneten, mind. von jeder Fraktion einer. Dieser Ausschuss entscheidet auf Antrag der Bundesregierung a) wenn "Gefahr im Verzuge ist", b) ob besondere "Geheimhaltung" besteht. Nur wenn die "Geheimhaltungsbedürftigkeit vorher aufgehoben worden ist", wird der Bundestag unterrichtet.

Regierungsentwurf: Unterscheidet Einsätze nach "Intensität und Tragweite." Bei "geringer" Intensität gilt ein vereinfachtes Zustimmungsverfahren des Parlaments.
Procedere: Präsident des Bundestages verteilt den Regierungsantrag für den Einsatz an die Vorsitzenden der Fraktionen und an die Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses und Verteidigungsausschausses, gleichzeitig an alle Bundestagsabgeordnete als Drucksache (!). Erfolgt innerhalb von sieben Tagen kein Widerspruch gilt der Regierungsantrag als genehmigt. Bei "Gefahr im Verzuge" bedarf es keiner vorherigen Zustimmung des Bundestages. (! - Freibrief?)
Einsätze von "geringer Tragweite" sind, wenn "einzelne Soldatinnen oder Soldaten betroffen sind, die auf Grund von Austauschvereinbarungen Dienst in verbündeten Streitkräften leisten," oder wenn ein EU-, NATO-Auftrag, in Abstimmung mit den VN, vorliegt.
  • Protokoll der BT-Debatte vom 25.3.04
  • Entwurf der FDP
  • Regierungsentwurf

  • (sh. in diesem Zusammenhang Zeitgeschehen 2003-11-14, 2003-08-25 über die Kosten der Auslandseinsätze, 2002-04-08, 2001-12-22, 2001-11-07 bis 16, 2001-10-11, 2001-08-29 und 2003-12-03 über die zukünftige Militärstrategie der EU in der Verfassung)
    [Fazit: Drei Trends erkennbar: 1) Normalisierung des Militärischen; Einsätze sind inzwischen die Regel; Etablierung der Interventionsstrategie; 2) Entmachtung des Bundestages in dieser Frage (Aushebelung des Grundgesetzes); Entscheidung über Krieg und Frieden liegt bei einer kleinen Anzahl auserwählter Politiker 3) Veräußerung der Verantwortung; das Grundgesetz habe sich den äußeren "Bündnisverpflichtungen" (NATO, EU) unterzuordnen, so die Argumentation.]


2004-01-23  Die ersten scharfen Bilder vom Mars dank deutscher Optik.
  • Mars Express-Bilder


  • 2004-01-21  USA weiterhin auf Kriegskurs. Rede G.W. Bush zur Lage der Nation.
  • Rede Teil I -
  • Rede Teil II


  • 2004-01-21  Von der Verteidigungs- zur Interventionsarmee:
  • Die neue Verteidigungspolitische Richtlinie (VPR) der Bundeswehr.


  • 2004-01-21  Weltwirtschaftsforum in Davos - Vorträge - Quellen

    2004-01-16/21  World Social Forum in Mumbai/Indien -
  • Quellen und Materalien (engl.) -
  • lfd. Berichte zusammengestellt von Attac -
  • Indymedia Indien


  • 2004-01-12  Europäische Linke schließt sich gegen Großmachtpolitik der Europäischen Kommission und Ministerrates zusammen.
  • Berliner Aufruf zur Gründung der Partei der Europäischen Linken -
  • Vereinbarter Entwurf als programmatische Grundlage zur Gründung einer Partei der Europäischen Linke (PEL)


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