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Beiträge zur Politik  








Hanna Behrend


Arbeiterliteratur und „sozialistischer Realismus“. Eine alte Debatte von neuer Aktualität.


Englische Arbeiterliteraturtraditionen


Die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehende kulturelle und literarische Tradition der englischen Arbeiterklasse war zunächst ein schwer unterscheidbarer Teil der romantischen und radikal-bürgerlichen Kultur des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Für die britische Literaturwissenschaftlerin Mary Ashraf, Gastdozentin an der Humboldt-Universität in Berlin von 1966 bis zu ihrem Tode 1983, die 1980 im Aufbau-Verlag das erste und bisher einzige Standardwerk über Englische Arbeiterliteratur vom 18.Jh. bis zum ersten Weltkrieg herausbrachte, war Arbeiterliteratur diejenige Literatur, die

„das Leben und Fühlen der plebejischen Schichten und der Arbeiterklasse direkt wieder(gab) ..., Schriften, die die Interessen des arbeitenden Volkes widerspiegelten, die mit für die Geschichte der Arbeiterklasse wichtigen Ereignissen und Polemiken verbunden waren, die demokratische Tendenzen, soziales Empfinden, Klassensolidarität, Organisation, politisches Bewußtsein zum Ausdruck brachten, Schriften von Verfassern aus den unteren Klassen und Mitgliedern politischer und gewerkschaftlicher Vereinigungen usw.“ (Ashraf, 9f).

Das Studium und die Erforschung der Arbeiterliteratur dürfe sich nicht, so Mary Ashraf, auf die „Beispiele revolutionären und demokratischen Schrifttums der Vergangenheit“ oder auf das Ausgraben „eines vergessenen Autors“ beschränken, sondern es gelte, „den sozial-literarischen Prozeß als Ganzes zu erklären“ (Ashraf, 15). Die Arbeiterliteratur sei nicht „irgendeine Abweichung von der Hauptlinie der Nationalliteratur ... sondern vielmehr Teil derselben“, weshalb „sie nicht nur oppositionelle Stimmungen ausdrückt, sondern einen Kulturanspruch zu entwickeln begann, der im Gegensatz zu dem der bürgerlichen Gesellschaft stand“ (ebda, 17). Auch Ashraf war sich gewisser Grenzen der Arbeiterliteratur durchaus bewusst. Sie „kommt nicht mit einem triumphalen Aufmarsch großer Künstler auf die Bühne wie die Renaissance“ (ebda, 23).  Sie entwickle sich vielmehr „sporadisch und unregelmäßig, ... griff zunächst auf die bereits existierende ... bürgerliche Kultur zurück“ (ebda, 25), „sie hat im Kapitalismus keine eigenständige Entwicklung“ (ebda. 26).
 
Die frühe Arbeiterliteratur, d.h. die vor dem I. Weltkrieg entstandene, umfasst für Ashraf die ländlichen Dichter des ausgehenden 18. Jh. als Teil der Literatur, die sich im Gegensatz zur bürgerlichen Kultur artikuliert. Zur entstehenden Arbeiterkultur gehören auch die demokratischen und volkstümlichen Dichter und Schriftsteller die in der Chartistenpresse schrieben. So entstand eine „andere Literatur“ noch ehe es eine Arbeiterbewegung gab. Bereits Ende des 18. Jh. war kurzlebig eine Arbeiterpresse entstanden, die bereits 1819 den Knebelgesetzen zum Opfer fiel. Erste Zeichen, dass die soziale Kultur der sich damals neu formierenden Unterschichten in England emanzipatorische Züge aufzuweisen begann, sind u.a. die Trades Newspapers, in denen Buchbesprechungen und Beiträge zu erzieherisch-kulturellen Fragen veröffentlicht wurden. In dem Maße, in dem sich im frühen 19. Jh. die englische Arbeiterklasse konstituierte, entstanden auch ihre neuen ästhetischen Bedürfnisse. Mit den Organisationen der ArbeiterInnen entwickelten sich unter ihnen die Künste des Lesens, Schreibens und Redens. Denn nicht nur Aufrufe, Manifeste, Organisationsprotokolle, Flugschriften wurden verfasst, auch Fabeln, Erzählungen, Burlesken, Allegorien u.v.a.m. fanden Eingang in die politische Propaganda. Auch die Rednertribüne, die Klubdebatten und Predigten halfen den ArbeiterInnen, ihren Stil zu kultivieren und gaben den Anstoß zu einer neuen Literatur. Shakespeare, Milton, Defoe, Goldsmith, Byron, Shelley und Burns waren die großen Vorbilder für die unbekannteren Dichter.

Der fragmentarische und sporadische Charakter der Arbeiterliteratur prägte sich in Roman und Drama am deutlichsten aus. So sei es kein Zufall, dass die größeren Werke von älteren oder alleinstehenden Menschen stammten oder von Personen, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen relativ günstig waren (ebda, 332). Die Chartistenbewegung  inspirierte Schriftsteller zu  Romanen, in denen sie „die These vom Hauptwiderspruch zwischen Arbeit und Kapital, ...  die entscheidende Rolle des Proletariats und ... die ästhetische Einheit von heroisch-revolutionärem Moment und täglichem Kampf des Arbeiters um Existenz und Selbstachtung“ (ebda, 465) vertraten. Mitte des Jahrhunderts hat die chartistische Literatur bereits nicht nur auf soziale Missstände hingewiesen;  sie hat auch den Klassenkampf zwischen Arbeitern und Unternehmern thematisiert.
Auch nach dem Ende der Chartistenbewegung bleibt der individuelle Arbeiter und die Arbeiterbewegung heroisches Thema der Arbeiterliteratur.
Das letzte Drittel des Jahrhunderts ist eine Periode des Umbruchs in der englischen Geschichte, in der einerseits die Antagonismen zwischen Arbeitern und Unternehmern neue Dimensionen erlangen, andererseits Reformen der Gewerkschaftsbewegung und die Schaffung einer politischen Repräsentation der Arbeiter auf der Tagesordnung standen. Diese Fragen spiegelten sich auch in der Arbeiterliteratur wider. In der zweiten Hälfte des 19. und den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts wurde die proletarisch-revolutionäre Literatur selbständiger und unabhängiger und artikulierte zunehmend sozialistische Zukunftsvorstellungen. Diese durch verwandte kulturelle Erscheinungen in anderen Teilen der Welt bereicherten Traditionen flossen in den 30er Jahren mit einem Teil des Mainstream zu einer widersprüchlichen demokratisch-antifaschistischen Kultur zusammen, in der sozialistische Ideen keine geringe Rolle spielten. Sie war von beachtlichem Einfluss und hinterließ bis heute ihre Spuren.  
Das Versiegen „der Arbeiterliteratur im Spätkapitalismus“, d.h. in der zweiten Hälfte des 20. Jh. hielt Mary Ashraf für eine Folge der „zielgerichteten ideologischen Kriegsführung und Manipulation wie auch des allgemeinen Prozesses der kulturellen Dekadenz“ (ebda, 13). So erkannte sie nicht, dass die Deformation der revolutionären Arbeiterbewegung durch den Stalinismus nicht nur ihre politische sondern auch ihre kulturelle Potenz dezimiert hatte. iIn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lieferten andere soziale Gruppen wie die Frauen und die ethnischen Selbstbestimmungsbewegungen emanzipatorische Inspirationen für SchriftstellerInnen lieferten.

Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen


Das Meisterwerk der Arbeiterliteratur um die Jahrhundertwende ist der Roman Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen (1911) des britischen Schildermalers Robert Noonan (1870-1911), der sich Tressell nannte.
Als sich Robert Noonan kurz nach der Jahrhundertwende in der englischen Stadt Hastings niedergelassen und als Bauarbeiter Arbeit gefunden hatte, begann er in seiner kargen Freizeit,  in einem am Ende 1700 handschriftliche Seiten umfassenden Werk, The Ragged-trousered Philanthropists, seine Erlebnisse am Arbeitsplatz und mit den Kollegen zu beschreiben. Der lungenkranke Gewerkschafter ahnte nicht, welche Popularität das seiner Tochter Kathleen vermachte und eher durch Zufall überhaupt veröffentlichte Buch erzielen würde.

Die erste Auflage erschien 1914 und umfasste nur ca. zwei Drittel des Originalmanuskripts. 1918 erschien eine um weitere elf Kapitel der Ausgabe von 1914 gekürzte Ausgabe. In den 20er Jahren erschienen deutsche Übersetzungen des Werks. Im Vorwort der (linken) Universum-Bücherei wird das Werk eine Satire auf allen Reformismus genannt. Es sei „ein erschütterndes Dokument proletarischen Lebens“ und Leidens, aber auch der Spießbürgerphilosophie dieser Arbeiter, ihre[r] oft an Einfalt grenzende[n] Resignation“ (Tressell, 1927, i) .

In der Tat ist bereits der Titel Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen bittere Ironie. Die  unorganisierten und ignoranten Arbeiter sind nur ihren Ausbeutern, nicht aber ihresgleichen gegenüber „Menschenfreunde“. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, ermöglichen sie diesen, ihre Konkurrenten zu unterbieten, indem sie dulden, dass man sie gnadenlos antreibt und zur Pfuscharbeit nötigt.
Zwischen 1914 und 1954 gab es insgesamt zwanzig Auflagen mit fast 140.000 Exemplaren, aber wesentlich mehr LeserInnen, da die Exemplare unter den Arbeitern herumgereicht wurden. Das war für ein Buch dieser Art eine ungewöhnlich hohe Verbreitung.
In den 30er Jahren war es möglich, ungeachtet der elenden Arbeits- und Lohnbedingungen im Baugewerbe, der Unorganisiertheit der Bauarbeiter,

„die Sechs-Penny-Ausgabe fast an jedem Bauplatz zu verkaufen, und oft genug an Menschen, die selten oder niemals etwas Ernsthafteres lasen als eine illustrierte Zeitung oder die Renn-Ausgabe der Abendzeitungen“ (Ashraf, 678).

Bei einem einzigen Meeting während eines Bauarbeiterstreiks in Putney, London 1934 wurden 200 Exemplare des Buchs verkauft. Trotz seiner Popularität unter einem wenig belesenen Publikum, blieb RTP dagegen bürgerlichen LeserInnen selbst in England lange Zeit unbekannt.
Die Verbreitung von RTP durch persönliche Empfehlung vor allem unter den grass root Angehörigen der englischen Arbeiterbewegung beförderte die agitatorische Wirkung des Werks und trug dazu bei, dass das Buch als kritisch und sogar subversiv rezipiert wurde. Der Arbeiterdramatiker Tom Thomas berichtete, das Buch habe ihm wie vielen anderen die Augen geöffnet und ihn begeistert. Der 1931 in England gegründete Robert-Tressell-Club schloss sich der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller (IVRS) an.
Von den 20er bis in die 80er Jahre gab es mehrere populäre Dramatisierungen. 1983 lief im britischen Fernsehen eine Sendung über das Leben Robert Tressells. Der Arbeiterschriftsteller Alan Sillitoe berichtete, es sei das Buch, das den Wahlsieg der Labour Party von 1945 bewirkt habe.

Antifaschistische Kultur- und Kunstpolitik in Großbritannien nach 1933


Mit der wachsenden Gefahr, die das 1933 in Deutschland zur Macht gekommene NS-Regime für die Demokratie und den Weltfrieden bedeutete, veränderte sich in England auch die literatur- und kulturpolitische Linie der Arbeiterorganisationen und speziell der  Kommunistischen Partei Großbritanniens, die damals einen großen kulturpolitischen Einfluss auf Teile der britischen  akademischen Jugend ausübte. Die kulturpolitische Rolle der KPGB war widersprüchlich. Die unkritische, ja idolatorische Haltung dieser wie aller kommunistischen Parteien zur Sowjetunion und ihren totalitären Strukturen beförderte auch eine auf einem reduktiven Marxismus beruhende Kunst- und Literaturpolitik und –theorie. Diese konnte die emanzipatorischen kulturellen Traditionen der englischen Arbeiterbewegung und die von ihnen inspirierte Literaturbewegung in der Kulturpolitik der KPGB modifizieren, jedoch zu keiner Zeit völlig ausschalten. Auch erwiesen sich nicht alle aus der UdSSR kommenden kulturellen Impulse als kontraproduktiv für die Entwicklung neuer literaturtheoretischer Erkenntnisse und Standpunkte.

Proletarische Kultur und Kunst, die bis dahin im Mittelpunkt kulturpolitischer Zielstellungen standen, und das Kulturerbe der englischen Arbeiterliteratur spielte fortan eine geringere Rolle. Auf kulturpolitischem Gebiet bedeutete die seit 1935 von der UdSSR und der internationalen kommunistischen Bewegung betriebene „Volksfrontpolitik“ auch in England intensive und mindestens eine Dekade lang erfolgreiche Bemühungen um die Einbeziehung bürgerlicher AutorInnen in eine antifaschistische Kulturbewegung, deren Wurzeln in der proletarisch-revolutionären Arbeiterkultur lagen. Zu den Leistungen dieser antifaschistischen Kulturbewegung gehörten neue Themen, u.a. der Geschichte der militanten Arbeiterbewegung und feministische Themen, die Einbeziehung von schottischen, walisischen und jüdischen AutorInnen und ein in der britischen Arbeiterkultur bis dahin unüblicher Internationalismus.

Erst nach dem Ende der stalinistischen Periode in der UdSSR und mit den Aufkommen der Bürgerbewegungen in den späten 60er Jahren, der Studenten- und Frauenbewegungen,  der neuen Linken und den Cultural Studies wurde auch die Arbeiterkultur wieder- und neu entdeckt. Die 80er Jahre waren ein neuer Höhepunkt in der Geschichte der RTP und des Autors Tressell. Zwar war das Buch selbst ungeachtet seiner wechselhaften intellektuellen Rezeptionsgeschichte in England seit 1914 ein Dauerbrenner für Generation um Generation nichtorganisierter, politisch indifferenter, nichtlesender, nichtorganisierter, politisch indifferenter Arbeiter geblieben und wird in Großbritannien bis heute ständig aufgelegt, aber die neuen politischen und literaturtheoretischen Entwicklungen, ermöglichten neue Lesarten.

Die literaturtheoretische Debatte  unter den Marxisten


Die theoretischen Ambivalenzen und Widersprüchen der marxistisch inspirierten literaturtheoretischen Diskussion waren Widerschein sowohl der emanzipatorischen Seiten dieser Kulturbewegung als auch der seit Mitte der 20er Jahre einsetzenden Deformationen sowohl der sozialdemokratischen als auch der kommunistischen Arbeiterbewegungen.  
Seit der zweiten Hälfte der 30er Jahre orientierte sich die marxistische literaturtheoretische Debatte sehr stark an Georg Lukàcs' literaturtheoretischer Auffassung von der künstlerischen Widerspiegelung der Wirklichkeit. Diese hat zwar

„die materialistische Basis der marxistischen Literaturtheorie verstärkt.  ...  Verhängnisvoll muß diese Rolle insofern genannt werden, weil seine Auffassung nicht frei von mechanistischen Zügen war und wirklich neue Lösungsvorschläge aus der poetischen Praxis sozialistische Schriftsteller nicht oder doch nur einseitig berücksichtigte“,

schrieb Werner Mittenzwei 1977 in seinem Vorwort zur Herausgabe von Lukàcs' Kunst und objektive Wahrheit.

„Indem der Künstler Einzelmenschen und Einzelsituationen gestaltet, erweckt er den Schein des Lebens. Indem er sie zu exemplarischen Menschen, Situationen (Einheit des Individuellen und Typischen) gestaltet, ... entsteht seine ‚eigene Welt', die gerade darum die Widerspiegelung des Lebens in seiner bewegten Gesamtheit, des Lebens als Prozeß und Totalität ist, weil sie in ihrer Gesamtheit und in ihren Details die gewöhnliche Widerspiegelung der Lebensvorgänge durch den Menschen steigert und überbietet.“ (Lukàcs, 78) „... eine solche Darstellung kann unmöglich die tote und falsche Objektivität einer ‚parteilosen' Abbildung ohne Stellungnahme, ohne Richtung, ohne Aufruf zur Aktivität sein. ... diese Parteinahme [wird] nicht vom Subjekt willkürlich in die Außenwelt hineingetragen ..., sondern [ist] eine der Wirklichkeit selbst innewohnende treibende Kraft ..., die durch die richtige, dialektische Widerspiegelung der Wirklichkeit bewusst gemacht und in die Praxis eingeführt wird. Die Parteilichkeit der Objektivität muß sich deshalb im Kunstwerk gesteigert wiederfinden.“ ((Lukàcs, 78-80).  

In der Tat ist Lukàcs zuzustimmen, dass es keine ‚parteilose' Gestaltung von Realität „ohne Stellungnahme, ohne Richtung“ gibt. Das schreibende oder sprechende Subjekt, der Dichter, Schriftsteller oder Wissenschaftler bringt sich und seine Weltsicht unvermeidlich in jeden von ihm produzierten Text ein und dies legt  Thema und Herangehensweise fest, „ordnet das Material“ und bestimmt bei Kunstwerken auch die Erzählweise.  

Für Lukàcs war die Literatur der Spiegel des Lebens. Ihm zufolge unterscheiden sich wissenschaftliche und künstlerische Weltaneignung nur in ihrer Form;  sie eignen sich das Objekt in  prinzipiell gleicher Weise an. Da für ihn die Realität tendenziell  parteilich ist, müsse der Schriftsteller mit Hilfe der historisch-dialektischen Methodologie die objektiven Gesetzmäßigkeiten von der Fülle der Oberflächenerscheinungen abheben und das so ermittelte Wesen der Erscheinungen  gestalten, wofür das Bürgertum in seiner Aufstiegsperiode, auf dem Höhepunkt seiner progressiven Funktion die Gestaltungsmittel bereitstellte. Damit sieht Lukàcs ihn im literarischen Prozess im Grunde als ebenso passiv wie den Leser. Weil die äußere Erscheinung gesellschaftlicher Phänomene nicht die wirklichen Gesetzmäßigkeiten, sondern die entfremdete Wirklichkeit widerspiegle, stellen die nicht-epischen modernistischen Formen der Literatur, etwa im Expressionismus, Dokumentarismus oder Surrealismus, keine „Methode der objektiven Erfassung und Reproduktion der Wirklichkeit als Gesamtprozeß“ dar;  sie bedienten sich „einer Methode der Objektivität, die in der Literatur nur ein Surrogat sein könne“ (Lukàcs 1932, 502-507). Indem er eine epische Fabel als unverzichtbar für den Roman forderte, beförderte er bei seinen Epigonen ein normatives Literaturverständnis und verzögerte erheblich die Akzeptanz moderner literaturwissenschaftlicher Methoden und Standpunkte in der marxistischen Literaturtheorie. Vor allem aber behinderte seine Theorie die Anerkennung des Literaturprozesses als einer Kommunikation zwischen Welt – Schriftsteller – LeserIn und Einsichten in die ästhetische Besonderheit der Kunst. In ihren vulgarisierten Formen hat die marxistische Literaturkritik die Widersprüche in den Individuen und in der gesellschaftlichen Realität im allgemeinen als dem emanzipatorischen Anliegen sozialistisch-realistischer Kunst  kontraproduktiv angesehen. Als typisch galten Figuren, die dem Klischee des „positiven (bzw. negativen) Helden“ und Situationen, wenn sie der vom Parteiapparat antizipierte Gegenwartsbewertung und Zukunftsvorstellung entsprachen. Für diese Simplifizierung war Lukàcs natürlich nicht verantwortlich zu machen. Jedoch enthielten seine theoretischen Auffassungen von der Widerspiegelung  der Realität im Kunstobjekt im Kern eine normative Potenz, die sich unter den Bedingungen einer stalinistisch deformierten kommunistischen Bewegung sehr wohl kunst- und wahrheitsfeindlich auswirken konnte.

Marxistische Literaturkritik und –theorie in Großbritannien


Zu den Pionieren einer marxistisch orientierten Literaturkritik gehörten neben dem Romancier, Publizist, Parteipropagandist, Sowjetunionreisende und schließlich Spanienkämpfer Ralph Fox (1900-1937),  der Arbeiterfunktionär und Büchernarr T.A. Jackson (1879-1955), Autodidakt, Propagandist, Lehrer und Verfasser literaturwissenschaftlicher, historischer und philosophischer Werke. Sie vertraten bereits in den 20er Jahren den Standpunkt, die realistische nationale und weltliterarische Tradition müsse Teil der Arbeiterkultur bleiben. Damit folgten sie weit weniger den normativen Geboten der Lukàcs'schen Präferenz für die epische Gestaltungsweise als ihrer unlösbaren Verbundenheit zur englischen literarischen Tradition. Jacksons Schlichtheit und sein Verzicht auf literaturtheoretische Terminologie haben dazu geführt, dass er nicht als ebenbürtig mit den drei bedeutenden britischen marxistischen Literaturtheoretikern betrachtet wurde. Das waren neben Ralph Fox  Christopher Caudwell (eigentlich St. John Spriggs; 1907-1937), der wie Fox als Interbrigadier in Spanien fiel, und Alick West (1895-1972). Für sie alle stand die emanzipatorische Funktion von Kunst und Literatur im Vordergrund. Jackson und die drei anderen englischen marxistischen Literaturkritiker gehen von einer komplexen Polyfunktionalität und Wirkungsweise der Literatur aus.
In dem in seinem Todesjahr erschienenen Werk, Der Roman und das Volk, sieht Fox  Literatur als einen vom Schriftsteller ausgelösten und vom Leser aktiv verarbeiteten Kommunikationsprozess. Wie Lukács fordert auch er eine die kommunistische Utopie antizipierende Sicht auf das gesellschaftliche Ganze. Wesensmerkmal sozialistisch-realistischer Literatur war der Held, der

„am Werk ist, seine Verhältnisse zu ändern, mit dem Leben fertig zu werden, ... der sich in Übereinstimmung mit der geschichtlichen Entwicklung befindet und imstande ist, Herr seines eigenen Schicksals zu werden“ (Fox,  124)

Daher war für ihn ein Werk, das die Fremdbestimmtheit des Menschen unter kapitalistischen – geschweige denn sozialistischen - Verhältnissen zum Gegenstand hatte, kein realistisches und schon gar kein sozialistisches Werk. Übereinstimmung mit der geschichtlichen Entwicklung bedeutete auch für ihn, seine deterministische Überzeugung von der historischen „Gesetzmäßigkeit“ des Sozialismus zum Gestaltungsprinzip zu machen. Allerdings fordert er, dass der neue sozialistische Realismus das realistische literarische Erbe mit Sensibilität für die Einmaligkeit des Individuums  verbinden müsse.

Die Betonung der relativ autonomen Rolle des Individuums und seiner Praxis wird besonders von Caudwell hervorgehoben und richtet sich gegen die mechanistischen und deterministischen Interpretationen der marxistischen Theorie, die bereits damals weltweit und in gewissem Umfang auch in England verbreitet waren. Für den damals noch nicht 30jährigen Caudwell, der in seinem Werk Illusion and Reality, 1937 versuchte, auf der Grundlage damaliger anthropologischer, psychologischer, sprachwissenschaftlicher und historischer Einsichten eine Theorie der Lyrik zu entwickeln, war die Kunst „eine der Voraussetzungen für das Selbstverständnis des Menschen“ (Caudwell, 328). Auch ihm ging es darum, das Gesellschaftliche als das die Beziehungen der Menschen zueinander Prägende in die Kunsttheorie einzubringen, jedoch ohne das Individuum zu vernachlässigen. Auch Alick West wollte die philosophisch-kulturgeschichtliche Leistung des Marxismus für die Literaturkritik und –theorie produktiv machen. Die Sprache war für West eine kulturelle Praxis, eine die Gesellschaft organisierende Tätigkeit, die überkommene Bedeutungen ständig reproduziert, aber auch in Frage stellt und so allmählich den Hegemonialdiskurs verändert und ersetzt. West gelangte zu klarerer Anerkennung der eigenartigen Wirkungsweise von Kunst als die anderen marxistischen Literaturkritiker der 30er Jahre und überwand die Vorstellung von der Gleichartigkeit des künstlerischen und wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses.

Die Tressell-Rezeption: „Die Menschenfreunde“ als Klassiker der Arbeiterliteratur


Die marxistische Debatte um die Tressell-Rezeption wirft ein bezeichnendes Licht auf die Problematik des Verhältnisses von Arbeiterliteratur und marxistischer Literaturkritik.
Deren Instrumentalisierung durch die staatlich Verantwortlichen für die DDR- Literaturpolitik erwies sich bereits beim Druckgenehmigungsverfahren für die deutsche Übersetzung, die der Aufbau-Verlag 1958 nach der ersten vollständigen von Frederick C. Balls besorgten englischen Ausgabe von 1955 herausgab. Sie sollte zunächst in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erscheinen. Im mit dem Antrag auf Druckgenehmigung eingereichten Gutachten hält Günter Thews RTP für „die wahrheitsgetreue, teilnahmsvolle, oft minutiöse Schilderung von Schicksalen englischer Arbeiter ... in einer schlichten, aber sehr eindrucksvollen Sprache geschrieben.“ Er bewundert Noonans „außerordentlich kritischen Blick, die unbedingte Wahrheitsliebe und sein mutiges Bekenntnis zum Sozialismus“ und begrüßt es, dass „dieses ... klassische Frühwerk der englischen Arbeiterbewegung jetzt auch bei uns ...erscheinen soll.“ Zwar sei darin der Unverstand der Massen „der Feind ... , den wir am meisten hassen“ und es gäbe „neben marxistischen Gedanken auch noch allerlei utopische und reformistische Auffassungen“, der Schluss des Romans sei jedoch „erfüllt von der Gewissheit, dass der Sozialismus siegen wird“. Der Gutachter empfiehlt ein Nachwort, das auf „die problematischen Stellen und ihre Ursachen“ eingeht. Das vom Verlag eingereichte Nachwort wird von der Kulturbehörde als „unzureichend“ bewertet und muss umgeschrieben werden. Die „Menschenfreunde“ kommen 1958 in einer Auflage von nur noch 5000 Exemplaren heraus. Diese bleibt bis 2002 die einzige deutsche Nachkriegsausgabe von RTP in beiden Deutschländern.
Den restriktiven bürokratischen Entscheidungen liegen bestimmte literaturtheoretische Positionen zugrunde, die sich im Nachwort von Günter Klotz widerspiegeln:

„[Der Leser ist] einerseits tief beeindruckt ... von der Chronik, die ein Jahr Hungerleben der Menschenfreunde umfasst, [hat] andererseits aber Schwächen und objektive Fehler an dem Kunstwerk wahrgenommen ..., die dessen Wert doch beträchtlich herabsetzen müssten. Solche Mängel kann er nicht ganz zu Unrecht darin erblicken, dass das Werk einer konfliktreichen spannenden epischen Handlung entbehrt, dass offensichtlich vermeidbare Wiederholungen ungeniert stehen gelassen wurden, dass der Erzähler unmittelbar oder durch den Mund seiner Gestalten zu viel theoretisiert und dass vor allem jene Ideen, welche die erhoffte Einrichtung eines ‚genossenschaftlichen Gemeinwesens' erläutern, unserer gegenwärtigen Wirklichkeit Widersprechendes in sich bergen, das schon vor der Entstehung des Buches von Marx und Engels, aus der Analyse der Geschichte resultierend, in den Grundzügen richtig vorausgesagt wurde. Überdies fällt auf, dass der Autor nicht die vorderste Reihe der organisierten Arbeiterbewegung in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, sondern die rückständigsten und unbelehrbarsten Lohnsklaven, die so menschenfreundlich sind, dass sie ihre Ausbeuter gottesfürchtig und mit gebührender Verehrung im Amte halten und alle Angriffe auf die eigene Freiheit des Verhungerns verbissen abwehren.“ (Tressell, 1958, 765-767.)

Zu den wichtigsten marxistischen Bewertungen der Ragged Trousered Philanthropists gehören neben Ashrafs Kritik Fred Balls Tressell of Mugsborough (1951) und Jack Mitchells Robert Tressell and The Ragged Trousered Philanthropists (1969).
Für sie alle sind die RTP ein Klassiker der Arbeiterliteratur. Die Struktur des Romans hat Jack Mitchell (1932-1999) folgendermaßen beschrieben:

„Der Roman ist wie ein Wagenrad konstruiert. An der Radnabe werden die Männer bei der Arbeit geschildert. Dorthin kehrt die Handlung stets wieder zurück, nachdem der Autor, den einzelnen Speichen entlang Einsicht in das ‚Privat'- oder Familienleben der Arbeiter, ihre Freizeitgestaltung und Vergnügungen, ihre ‚politischen' Aktivitäten usw. gegeben hat. So erkennen wir, dass die Art und Weise, in der die Männer arbeiten, ihre ganze Lebensweise bestimmt, dass die unfreie Arbeit der Ausgangspunkt ihrer ganzen Unfreiheit ist“ (Mitchell, 15)

Diese Bauarbeiter werden ohne die geringste Schönfärberei gezeichnet. Mitchell und auch Ashraf solidarisieren sich mit der wahrheitsgetreuen Schilderung, die sogar die Ausländerfeindlichkeit sarkastisch zur Schau stellt:

„Kein britischer Sozialist hat jemals gewagt, wie Tressell den Hang zur geistigen Korruption, der eine der vielen widersprüchlichen Erscheinungen im Reifeprozess der Arbeiterklasse im imperialistischen Zeitalter ist, so gnadenlos wahrheitsgetreu zu schildern“ (ebda,  113).

Auch Mary Ashraf, die Frederick Ball zustimmt, dass das Hauptverdienst Tressells das wunderbare Bild sei, das er von der Arbeiterklasse gebe, versteht darunter das Wahrhaftige der Darstellung:

„The Ragged-Trousered Philanthropists ist die Wiedergabe der Realität – in aller Wahrhaftigkeit; wir finden ihre äußeren Züge detailliert und lebendig wieder, ebenso finden wir sie im typischen Verhalten der Charaktere, in der vertieften Art der genauen Beobachtung des Typischen und Gewöhnlichen.“ (Ashraf, 679),

Für Jack Mitchell ist Tressells Werk „bemerkenswert ‚anders' als andere Werke, sowohl was seinen Gegenstand als auch seine Struktur anlangt“ (ebda, 22). Dieses Anderssein habe sein Arbeiterpublikum besser verstanden als viele wohlmeinende Forscher und Intellektuelle. Dieses Anderssein manifestiere sich, so Mitchell, in der

„erreichte[n] ästhetisch-literarische[n] Reife, [die]  ... nicht nur der theoretisch-wissenschaftlichen Erkenntnis der Avantgarde über die historische Rolle ihrer Klasse geschuldet [war], sondern auch dem Reifen proletarischer Sinnlichkeit, einer proletarischen Einfühlsamkeit, einer neuen Qualität von Sensibilität und proletarischer Phantasie.“ (Mitchell, 1982, 67f.)

Dieses Anderssein sehen die den Cultural Studies nahe stehenden Kritiker in den 80er Jahren, wie Ronald Paul und Peter Miles nicht nur in der Wahrhaftigkeit des Romans. Im Unterschied zu anderen bedeutenden internationalen sozialistischen Romanciers seiner Zeit gelang Tressell eine

„konsequent antiheroische Gestaltung [seines Protagonisten], die geschickt abgestimmt ist mit einem überzeugenden Bild kollektiver Klassenerfahrung. ... Owen ist der Maßstab der sozialen und politischen Bandbreite des Arbeitermilieus, in das diese Figur so fest eingefügt ist. Dieser sehr reale Gemeinschaftssinn und diese kollektive Stärke machen das Buch politisch optimistischer als es zunächst erscheint. Die Gestalt des Owen ist deshalb so sympathisch, weil er seine grundlegende menschliche Solidarität mit seiner wenig erfolgreichen Rolle als sozialistischer Agitator verbindet. Paradoxerweise verdankt das Werk seine starke psychologische Wirkung seiner Schwäche als Agitationsroman“ (Paul, 238).

Paul hebt auch Tressells bewussten und wirksamen Einsatz humoristischer Mittel hervor, von beißender Ironie bis zur Face und Satire, die ein integraler Bestandteil seiner Erzählweise sind und die sich wohltuend vom „düsteren Ernst und der gequälten Didaktik“ (ebda, S. 247) abheben, die andere Arbeiterromane beschwerlich zu lesen machen.
Peter Miles betont zurecht, dass RTP Aktivität auslöst, weil

 „es sich selbst als ein agitatorisches Werk begreift und sich als einen Gebrauchsgegenstand anbietet und nicht nur konsumiert werden will.“ (Miles, 6).

Für Mitchell dagegen besteht das Geheimnis des Werks darin, dass es

„Teil der großen Tradition des englischen Romans und noch genauer, der großen mit Bunyan beginnenden Volkstradition ist, die von Swift, Defoe, Fielding und Smollet bis Dickens reicht. Tressell ist nach Charles Dickens der nächste wichtige Schritt in dieser Tradition.“ (Mitchell 1982, 23f.)    

Daraus beziehe RTP jene „Einfühlsamkeit“ (sensibility), unter der Mitchell, dem englischen marxistischen Literaturwissenschaftler Arnold Kettle folgend,

„den Standpunkt oder im weitesten und umfassendsten Sinne das Klassenbewusstsein einer Person verstand, die einer bestimmten Klasse oder Schicht angehörte. Das umfasste seine Moralauffassungen, seine Gefühle und emotionalen Reaktionen, seine Normen und Wertvorstellungen – das ganze Register seiner verinnerlichten ‚instinktiven' Reaktion bis hin zu allen seinen Erfahrungen. Es ist das Wesen seiner ganzen Sichtweise“ (ebda, 24).

Owen sei der „gelungenste, zutiefst menschliche, moralisch höchst anziehende Arbeiterprotagonist unserer Literatur“ (Mitchell, 127) . Ihn habe Noonan nicht nur mit einer Familie ausgestattet, was ihm Gelegenheit bietet, in der Ehefrau Norah, einer intellektuell gleichwertigen gebildeten Sozialistin, ein positives Frauenbild zu gestalten und seine Auffassungen über sozialistische Eltern-Kind-Beziehungen zu demonstrieren.
In der Gestalt des Frank Owen erfülle, so Mitchell, Tressell die Beziehungen zwischen einzelnen Arbeitern, zwischen Alten und Jüngeren, zwischen Arbeitern und ihren Ausbeutern, zur Arbeit und zur Politik mit Leben. Owen sei „in gewisser Hinsicht das vorweggenommene Endergebnis des Sieges im organisierten Klassenkampf“ (Mitchell, 128).
Diese Bewertung stützt Mitchell aber nur auf Owens „privates“ Verhalten zu den Kollegen und ihren und der eigenen Familie. So als Owen von einer freien Arbeitsstelle erfährt, für die sich der alten Arbeiter Jack Linden bewerben sollte, scheut er trotz strömendem Regens nicht den langen Fußmarsch zu dessen Haus, um ihm davon Mitteilung zu machen (Tressell, 2002, 72). Erst danach kehrt er zu seiner kranken Frau zurück. Er versorgt sie und den Sohn, ehe er sich seine eigene Mahlzeit bereitet.
Diesem Urteil stimmt Eileen Yeo in ihrer Robert-Tressell-Vorlesung in Hastings am 26. April 1987 nicht zu.  Tressell sei von dem traditionellen Modell des männlichen Familienernährer ausgegangen. Zurecht weist sie darauf hin, dass es zeitgleich mit Tressell Frauen gab, die erste Ansätze zu einer feministischen Kritik äußerten.
Yeos feministische Kritik beleuchtet die historisch bedingten gesellschaftskritischen Grenzen der Tressell'schen Gesellschaftskritik, die auf den Umstand zurückzuführen sind, dass die damalige Arbeiterbewegung eine in erster Linie von männlichen Industriearbeitern dominierte Bewegung war, aber auch die Grenzen der marxistischen Literaturtheorie.

Die Tressell-Rezeption: Ideologiekritik an den RTP


Auch Ashraf und Mitchell, die als kompetente und verdienstvolle LiteraturwissenschaftlerInnen  RTP sensibel als ein Wortkunstwerk analysierten und als einen Klassiker der britischen Arbeiterliteratur einschätzten, kritisierten an den RTP ideologische Unzulänglichkeiten; diese Kritik stand in einem von ihnen damals nicht wahrgenommenen Widerspruch zu dem, was sie an dem Werk als besonders bewundernswürdig hervorgehoben hatten. Diese ideologiekritische Bewertung der RTP erhellt viele Facetten unser daller damaligen weltanschaulichen Standpunkte, Wertungen, Visionen und Illusionen. Erst der Schock der historischen Niederlage des „Realsozialismus“ 1989 hat dazu beigetragen,  diese blinden Flecken in der marxistisch orientierten Literaturwissenschaft wahrzunehmen.
So drückte Mary Ashraf  ihr Erstaunen darüber aus, dass sich Tressell  

„einen Ruf als politischer Erzieher erworben [habe], ungeachtet seiner vulgärmarxistischen Ökonomie und seiner undialektischen Darstellung der gesellschaftlichen Beziehungen im Kapitalismus, und was vielleicht noch mehr überraschen mag, trotz seines halb Owenistischen und halb gildensozialistischen Programms des allmählichen Auspressens und Auskaufens der Kapitalisten. Dieser Roman hat für die Gewerkschaft geworben, obwohl die Gewerkschaftsbewegung in ihm kaum eine aktive Rolle spielt“ (Ashraf, 677).

Barrington habe in seiner großen Rede den Klassenkampf der Arbeiter mit keinem Wort erwähnt, noch ging er

„auf irgendwelche Initiativen der Arbeiterklasse in der Vergangenheit oder auf irgendeinen vorangegangenen demokratischen oder proletarischen, politischen oder ökonomischen Kampf [ein]. Die ‚Rede' zeigt die Massen nur als die passiven Opfer der Unterdrückung, und es gibt keine Andeutung darüber, dass die Arbeiterklasse als Klasse die Macht übernehmen wird. Eine sozialistische Regierung – wie sie zur Macht gekommen ist, erfährt der Leser nicht – wird staatliche Industrien aufbauen, und allmählich werden die Arbeiter die Dienste der Kapitalisten quittieren, weil sie in den staatlichen Unternehmen besser bezahlt werden. Die Arbeiter werden ‚Teil der Gemeinschaft' sein“ (ebda, 681).

Als kritikwürdig erachtet Ashraf, dass die Arbeiter ihre „historische Mission“ nicht erfüllen, indem sieund die politische Macht in der dann etablierten sozialistischen Regierung nicht übernehmen. Sie beklagt, dass „Tressell nicht von dieser historischen Aufgabe ausging, weshalb er „... seine positiven revolutionären Ideen nicht durch objektivierte Handlung ausdrücken“ konnte. Im Gegensatz zu positiven Einschätzungen an anderen Stellen kritisiert Ashraf, dass es den Charakteren „an individueller Tiefe und Wärme“ mangele und sie deshalb nur dazu dienten, „das Spießertum in der Arbeiterklasse und die Bestialität der Bourgeoisie satirisch darzustellen, oder das Pathos von Opfern zu schaffen“ (ebda, 681).
Diese Kritik wendet sich gegenontroverse wird durch Tressells von seinen Kritikern abweichende Auffassung über die Rolle der Arbeiterklasse und die Funktion von Literatur ausgelöst. Tressell sah in der Arbeiterklasse nicht nur Lohn- sondern auch geistig von den Besitzern der Produktionsmittel Abhängige. „Der Unverstand der Massen“ hindere diese daran zu erkennen, dass sie Ausgebeutete sind und sich gegen diese Diskriminierung zur Wehr zu setzen. Diesen Istzustand wahrheitsgemäß, aber durch die je kritische, sarkastische, zornige oder auch mitfühlende Sprache distanziert und zu kritischer Distanzierung ermutigend darzustellen, sah er als seine Aufgabe an. Sein Optimismus äußerte sich, wie Peter Miles (S.10 oben) andeutet, darin, dass er „es [sein Werk] ... als einen Gebrauchsgegenstand anbietet“, also als ein Instrument für einens aktiven Selbsterkenntnisprozesses und nicht als Heilsbotschaft, die der Leser übernehmen soll. 
   
Ashraf und Mitchell erwarteten von einem sozialistisch-realistischen Kunstwerk, dass es die Arbeiter wenigstens im Prozess einer sich vom Opferstatus befreienden Klasse gestaltet, nicht aber das Spießertum in der Arbeiterklasse hervorkehrt.
SieMary Ashraf und Jack Mitchell werfen Noonan vor, die Arbeiterklasse als statisch, quasi unveränderlich erscheinen zu lassen.
Mitchell zufolge sind „[d]ie letzten Kapitel der Ragged-Trousered Philanthropists ...  statisch, als wüsste Tressell nicht recht, wie er aus der Grundsituation heraus vorwärts schreiten müsse. Infolgedessen macht sich eine Tendenz zur Wiederholung bemerkbar.“ (Mitchell, 193).

Er mache die Massen, nicht die sozialistische Social Democratic Federation, für die Stagnation  verantwortlich – daher seine Verzweiflung“ (Mitchell, 196). Diese setzte immer noch auf den spontanen Zusammenbruch des Kapitalismus und hielt sich daher von den alltäglichen gewerkschaftlichen und anderen politischen und wirtschaftlichen Kämpfen der Arbeiter fern (Mitchell, S.193). Als Tressells mangelnde Zuversicht sei dem Umstand geschuldet, dass erst als er 1910/11 sein Werk beendete, 1910/11, wurden in der sozialistischen Bewegung Forderungen nach radikaler Veränderung der Strategie und Taktik laut wurden, „die 1911 zur Gründung der British Socialist Party, der Vorgängerin der Kommunistischen Partei, führten“ (ebda, S.195).
 
Tressell war aber nicht nur Mitglied der SDF, er war auch aktives Mitglied der Bauarbeitergewerkschaft, deren damaliger krisenbedingter Niedergang vermutlich wesentlich zu seiner Depression beitrug. Ihm war klar, dass die Massen unter den damaligen Verhältnissen nicht in Bewegung geraten wmürden, ssten, wenn sich etwas verändern sollte. selbst wenn die SDFGewiss konnte eine theoretisch und strategisch besser gerüstete wäre. SDF dazu beitragen, aber ebenso wichtig waren praktische Erfahrungen der Arbeiter in gewerkschaftlichen und betrieblichen Kämpfen.
Auch sind die sozialistischen Agitatoren Owen und Barrington sind wahrlich kein                                                     Beweis für Tressells Glauben an die weltverändernde Kraft der Agitation. Wie Paul (S.10. oben) hervorhebt, war Owen kein erfolgreicher Agitator. „Seine grundlegende menschliche Solidarität“ machten ihn so sympathisch und waren die Basis seines Ansehens unter seinen Kollegen.

Ist die Tendenz zur Wiederholung in den RTP eine künstlerische Schwäche oder ein künstlerisches Mittel, das Tressell einsetzt um den ungebrochenen, hoffnungslos erscheinenden Teufelskreislauf des Arbeiterlebens zu gestalten, der – nach Meinung des Autors – nur durch einen radikalen gesellschaftlichen Bruch transformiert werden kann. Für eine solche Veränderung hat er aber keine Strategie und keine Akteure. Er kann seine LeserInnen nur an seinerTrauer darüber teilhaben lassen. Will er der künstlerischen Wahrheit die Ehre geben, kann er diese Fragen, wie er es tut,  nur offen lassen.

Ashraf stimmt mit Frederick Ball überein, dass Tressells  sozialistische Vision nicht im Einklang mit seinen „Bildern aus dem Arbeiterleben“ stehe. Sie hält  seine Vision vom Sozialismus für so unrealistisch, „dass sie sich mit der Hauptstruktur und dem Geist seines Romans nicht vertrug.“ (ebda,  686). Während Ball dieses Defizit darauf zurückführt, dass Tressell die Wirklichkeit wie ein Künstler (und daher nicht realistisch) sah, meint Ashraf,

„Im Gegenteil. Es entsteht dort, wo seine künstlerische Wahrnehmung und seine künstlerischen Mittel versagen. Ein großer Künstler ist er dort, wo er konkret die Realität darstellt." (ebda).

Als diese Realität sieht sie zwar die wahrheitsgetreue Schilderung der gnadenlosen Ausbeutung der Arbeiter, nicht aber ihre Unfähigkeit, diese Realität zu erkennen und sich zu wehren. Nur zögerlich gibt sie zu:

„Vielleicht musste das Publikum, für das das Buch bestimmt war, die schmutzigen Details seiner ständigen Umgebung sehen, um sich selbst in jenem unversöhnlichen Portrait zu erkennen und die soziale Kritik zu begreifen, die hinter dieser Abbildung des Typs verborgen ist“ (Ashraf, S.679)

Die Zukunftsvorstellungen, die Tressell seinen Sozialisten in den Mund legt, hält sie wegen seiner „Idealisierung des Mittelalters, [den] individualistische Vorstellungen von persönlicher Freiheit und persönlichem Glück“ „für unvereinbar „mit wirklichem Kollektivismus als dem Ideal der sozialistischen Gesellschaft“ (ebda, 868).
Die Forderungen nach einem „wirklichem Kollektivismus“,  als unvereinbarem Gegensatz zu „individualistischen Vorstellungen von persönlicher Freiheit und persönlichem Glück“ sind vulgarisierten Vorstellungen des damaligen Parteimarxismus über Individualität und Kollektivität geschuldet. Diese Kritik weigerte sich, den tatsächlichen Habitus der Massen unqualifizierter, prekär beschäftigter Arbeiter wahrzunehmen, ein Defizit, das nicht nur in der Literaturkritik sondern auch in der Politik zu schwerwiegenden Fehlern führte.  
Die Kritik an Tressells Sozialisten

Die Sozialisten unter Tressells Arbeitern zeichnen sich bereits durch ihre Sprache aus. Während ihre proletarischen Kollegen  wie Londoner Arbeiter sprechen und auch die Sprache der Bosse durch phonetische und grammatikalische Abweichungen vom Standard Englisch gekennzeichnet ist, die sie als wenig Gebildete ausweisen, ist

„Owens Sprache der Höhepunkt einer Tradition sozialistischer Traktate, Vorlesungen und verschiedener Agitationstätigkeit der vergangenen zwanzig Jahre. In ihrer Klarheit, Wandlungs-, Verallgemeinerungs- und Abstraktionsfähigkeit ist sie ein perfektes Instrument für seine Zwecke. Tressells bewusster Gegensatz zwischen der Sprache der einfachen Arbeiter und der Sozialisten ist ein wichtiges Element seiner Beschreibung des Hauptproblems der britischen Arbeiterbewegung: ihrer theoretische Schwäche, der Kluft zwischen der Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus und den Massen.“ (Mitchell, S. 182)

Owen wird vorgeworfen, dass seine Reden selbstgerecht und abgehoben wirken. Ashraf zitiert zustimmend Frederick Ball, es sei nicht gelungen, „die Figur Frank Owens in die Gegenwart zu integrieren“. Owen und Norah unterschieden sich von ihren Nachbarn, erschienen als höhergestellte und seien so die unrealsten von allen Charakteren (Ashraf , 683).
Ashraf  kritisiert „Owens ziemlich fernabgelegener Intellektualismus“ (Ashraf, 685), der ihn fast zu einem Außenseiter mache.  An anderer Stelle erklärt sie allerdings, Owen

 „unterwirft die allgemeinen Lebenserfahrungen der Arbeiter einer bewussten Kritik, ...  er steht auf keinen Fall außerhalb. Owens Charakter ist niemals überzeugender oder realistische als dann, wenn er trotz seines Sozialismus und seiner geistigen Überlegenheit unter der gleichen primitiven Verzweiflung und Furcht leidet, wie unzählige der am meisten Ausgebeuteten und Zurückgebliebenen.“ (ebda, 687f.)

Ashraf und Mitchell übersahen in ihrer Kritik an Tressells Sozialisten, dass sich Arbeiter mit dem Erwerb von Bildung und Qualifikation gleich welcher Art dem Habitus nach von der Masse ihrer unqualifizierten, ungebildeten und neuen Erkenntnissen gegenüber nicht aufgeschlossenen Kollegen abzuheben beginnen. Damit setzt aber unvermeidlich ein Prozess der Ablösung von ihrer Ursprungsschicht ein. Auch wenn sie sich nicht wie viele Aufsteiger in die bürgerliche Intelligenz von ihresgleichen abwenden, sondern deren Interessen weiterhin vertreten, tun sie das als Intellektuelle ihrer Klasse. So verdankt es Tressell seiner Inellektualität, dass er die „primitive Verzweiflung und Furcht“ der Arbeiter künstlerish artikulieren kann.

Antonio Gramsci wies darauf hin, dass

„im historischen Prozeß spezialisierte Kategorien für die Ausübung der intellektuellen Funktion [entstehen], sie entstehen in Verbindung mit allen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere aber in Verbindung mit den grundlegenden gesellschaftlichen Gruppen und erfahren in Verbindung mit der herrschenden gesellschaftlichen Gruppe tiefgreifende und umfassende Veränderungen  (Gramsci, 226).
 
Die dafür erforderliche politische Bildung, ermöglicht auch manuell Arbeitenden, die Gramsci zufolge bis zu einem gewissen Grad ebenfalls intellektuelle Tätigkeiten durchführen,  ihr Verhältnis zur körperlichen Arbeit neu zu gewichten (Gramsci, S. 231); solche Bildung wird ihnen auch durch Gewerkschaften und Arbeiterparteien ermöglicht. Diese ermöglicht einen sozialen Aufstieg, der Individuen nicht selten aus der Solidarität mit ihrer Ursprungsklasse herausführt. Selbst wer wie „Frank Owen, der Facharbeiter, Sozialist, Mitglied der Malergewerkschaft und des örtlichen Trades Council,  Tressells höchster und konzentriertester Ausdruck seines Glaubens an die Humanität der Arbeiter“ (Mitchell, 122), kein Aufsteiger ist, sondern das Leben und die Interessen der Bauarbeiter in jeder Hinsicht teilt, entfernt sich durch seine durch die politische Bildung erworbene Intellektualität unweigerlich in gewissem Maße von den Lebensgewohnheiten der Kollegen.

Die von Mitchell und Ashraf als „theoretische Schwäche“ apostrophierte Kluft zwischen der Arbeiterintelligenz und den Massen geht davon aus, dass das Proletariat eine homogene Klasse ist, die sich „gesetzmäßig“ auf die kommunistische Bewegung und die marxistische Theorie zu bewegt. Sie stützten sich auf das, was Marx in
In seiner Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie schreibt: Marx, d Die Theorie werde zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Es ging Marx aber ihm um die praktische Bedeutung der Befreiung von theoretischen Vorstellungen, die die Menschen hindern, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (MEW, I, 385), nicht um die theoretische Schwäche der Arbeiterbewegung. In den RTP gelang es Noonan, seinen proletarischen Adressaten zu vermittelngewärtigen, dass die geschilderten Verhältnisse die Menschen zu geknechteten Wesen machen. Er bediente sich dabei des Mittels der Satire, um eine beabsichtigte Distanz und Kritik zu seinen Figuren herzustellen.  Nur so konnten seine Leser selbst erkennen, dass diese Verhältnisse umzuwerfende sind.
In der durch  Entfremdung gekennzeichneten Gesellschaft können sich die Arbeiter in der Tat nicht befreien, wenn sie deren Wesen nicht als entfremdet begreifen. In Die deutsche Ideologie erläutern Marx und Engels das gesellschaftliche Phänomen der Entfremdung wie folgt:

„Bei den Proletariern ... ist ihre eigne Lebensbedingung, die Arbeit, und damit sämtliche Existenzbedingungen der heutigen Gesellschaft, für sie zu etwas Zufälligem geworden, worüber einzelne Personen keine Kontrolle haben und worüber ihnen keine gesellschaftliche Organisation eine Kontrolle geben kann, und der Widerspruch zwischen der Persönlichkeit des einzelnen Proletariers und seiner ihm aufgedrängten Lebensbedingung, der Arbeit, tritt für ihn selbst hervor, namentlich da er schon von Jugend auf geopfert wird und da ihm die Chance fehlt, innerhalb seiner Klasse zu den Bedingungen zu kommen, die ihn in die andre stellen“ (ebda,  S.77).

Ashraf fordert zurecht,

„Die Brücke zwischen Zukunftsvision und Gegenwart muß in der Natur der Prognose liegen, und das Auge des Künstlers ist aufgerufen, den Schnittpunkt zu finden, wo ursprüngliche Organisation, primitives Klassenbewusstsein und Bestrebungen, die dem Proletariat durch seinen Kampf aufgezwungen werden, sich in Richtung wissenschaftlicher Sozialismus umzuwandeln beginnen.“ (ebda, S.683f.)

Auch Tressell hat sich der Aufgabe gestellt, den Schnittpunkt zu finden, wo Individuations-, Organisations- und Bewegungsformen der Ausgebeuteten und Diskriminierten dieser Welt sich  weiterentwickeln. Bei ihm stehen wahrheitsgemäß wenige einsame Rufer in der Wildnis, die ihre der damaligen Arbeiterbewegung entsprechende Vision einer besseren Welt wenig erfolgreich den Massen der unorganisierten, bornierten und leidenden Arbeitern zu vermitteln suchen. Diese Vision als inadäquat und ihre Verwendung im Roman als unkünstlerisch abzuqualifizieren, ist ahistorisch.  Strukturell gehen sowohl der „großartige Money-Trick“ Owens als auch der „Große Diskurs“ Barringtons organisch aus der Erzählung hervor, stellen also keinen künstlerischen Bruch dar. Der Vortrag ist für die Zuhörer Unterhaltung. Owen erheitert sie, sie nehmen, was er sagt, zwar nicht ernst,  spielen aber gerne mit, wodurch sie wenigstens spielerisch einmal ihre eigenen Interessen vertreten. Auch Barringtons „Predigt“ wird als Rednerleistung gewürdigt. Zur Tradition der englischen Arbeiterbewegung gehören die freie und überzeugende Rede, aber auch die in den Chapels, den Gotteshäusern der nNonconformist (nicht mit der englischen Staatskirche konformen) Religionsgemeinschaften gehaltenen Predigten. Barrington wird – wie es u.a. im Hyde Park Corner bei den politischen Reden Tradition ist – von „hecklers“ (Zwischenrufern) bedrängt. Einer wirft ihm vor „so geschwollen zu reden, als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen“ (Tressell 2001, 504), aber der Arbeiter Philpot verhindert, dass die Störungen überhand nehmen. Im Buch sorgen die Zwischenrufer dafür, dass die Vorträge nicht zu langweiligen Monologen verkommen.

Die von Owen und Barrington ihren Zuhörern vorgestellten Zukunftsvisionen waren geprägt von Robert Owens und gildensozialistischen Ideen über eine gerechte Gesellschaft. Von Marx' „Lohn, Preis, Profit“ und „Lohnarbeit und Kapital“ hatten sie einiges über das Wesen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung übernommen.  Dem „Kommunistischen Manifest“ hatten sie entnommen, dass die Arbeiter das kapitalistische System überwinden müssen. Konkrete Vorstellungen, wie das geschehen sollte, gab es in der britischen Arbeiterbewegung allenfalls in Ansätzen und unter der Masse der Bauarbeiter nicht einmal das. So musste zwangsläufig die Darstellung der sozialistischen Zukunft und des Weges dahin vor allem für diejenigen Kritiker unbefriedigend und lückenhaft bleiben, die „theoretisch klare Vorstellungen“ einforderten, d.h. ihre eigenen erwarteten. Selbst die schlichte und anschauliche theoretische Begründung ihrer Armut, wie Owen sie seinen Kollegen mit der Darstellung des großen Money-Trick nahe zu bringen versuchte, überforderte die meisten Zuhörer bereits. Die sozialistische Vision Barringtons schien für sie nur eine unterhaltsame Fiktion zu sein, der sie mit ihrem common sense, ihrem Gemeinverstand begegneten. So entsprechen ihre Einwände den bis heute charakteristischen Argumenten gegen gesellschaftliche Veränderungen, die den Besitzlosen zugute kommen sollen. Wenn auch die Arbeiter im Buch nicht zu überzeugen sind, kann  doch sehr wohl die satirische Darstellung ihrer Borniertheit die Leser veranlassen, einer solchen Haltung mit Distanz zu begegnen und ihre Sympathien Tressells Sozialisten zuzuwenden. Gerade weil Tressell die negative Reaktion eben jener unaufgeschlossenen Arbeiter auf Owens und Barringtons sozialistische Agitation so ungeschminkt darstellte, war das Buch unter wenig aufgeschlossenen, unorganisierten Arbeitern so populär. Sie konnten über diese lachen, denn der Autor Tressell gab auch die Eastons, Harlows oder Philpots nicht preis, ja nicht einmal den Polier Crass. Die Leser der RTP mussten sich nicht mit den sozialistischen „Vorlesungen“ identifizieren, sie erkannten sich in den Arbeitern wieder, was bei den meisten von ihnen stillschweigend ein gewisses Maß politischer Selbstkritik auslöste.
 
Warum und wo wirkt Owens Sprache, die Mitchell an anderer Stelle sowohl „in ihrer Klarheit, Wandlungs-, Verallgemeinerungs- und Abstraktionsfähigkeit ein perfektes Instrument für seine Zwecke“, d.h. für das Überzeugen seiner Kollegen, bezeichnete, selbstgerecht und abgehoben?  Er lässt keine Gelegenheit aus, seine Kollegen wegen deren politischer Indifferenz zu kritisieren (Tressell 2002, 143). Diese halten ihn aber keineswegs für selbstgerecht. Der Arbeiter Easton „wusste, das alles [was Owen ihm sagte] war zutreffend. ... Er war sehr gereizt, als er dem anderen zuhörte. Owen spürte es, fuhr aber ungeachtet dessen fort“ (ebda, S.142). Easton war froh, als der Polier Hunter, Misery genannt, angekündigt und das Gespräch damit beendet wurde.  Er fühlt sich überfordert und dennoch nimmt er Owen nicht übel, dass dieser ihn belehrt. Owens von seiner Frau unterstützte solidarische und uneigennützige Haltung erlaubten ihm, Easton sogar in Sachen seiner Ehe offen zu kritisieren. Ungeachtet der Unterschiede in Allgemeinwissen und sprachlichem Ausdruck, ist Owen für die Arbeiter eine Vertrauensperson. Wenn überhaupt ein Sozialist von den hier geschilderten Arbeitern anerkannt und ihm zugehört würde, dann jemand wie er. Aber Bildung und Verständnis dieser Schicht von Arbeitern reichten nicht aus, um sich über den theoretischen Einstieg ein Verständnis ihrer Lage zu verschaffen. Die von Tressell so realistisch gestalteten „ungebildeten“ Arbeiter gehörten nicht zu denjenigen, die damals bereit und fähig waren, sich der geistigen Anstrengung zu unterziehen, die politische Bildung ihnen abverlangte. Sie waren zur selbstverständlichen Anerkennung der bestehenden Verhältnissen erzogen worden und stellten diese und ihren eigenen untergeordneten Status darin nicht infrage. Die damalige Wirtschaftslage hatte ihre Organisation geschwächt. So hatten die meisten keine Gelegenheit, organisiert zu handeln und dabei politische Erfahrungen zu machen, die ihr Verständnis für das Wesen der Gesellschaft erweitern hätten.

Wenn Mitchell bedauert, dass „Die Menschenfreunde“ nicht wie Gorkis „Die Mutter“ „die neue revolutionäre Humanität der Arbeiter auf ihrem höchsten und organisiertesten Niveau – des bewussten, organisierten Kampfes – zeigten“ (Mitchell, 122), dann war ihm durchaus bewusst, dass die Verwandlung von Gorkis Wlassowa aus einer ihre ständige Demütigung widerspruchslos hinnehmenden Arbeiterfrau in eine Revolutionärin so nur im vorrevolutionären Russland möglich war. Gorki geht mit dieser Gestalt aber auch keinen Schritt über das für das im damaligen zaristischen Russland Plausible hinaus.

Die den Kritiken von Ashraf und Mitchell inhärente Forderung, Tressell hätte die Weiterentwicklung der Arbeiter und ihre allmähliche Integration in die revolutionäre Bewegung erkennbar machen sollen, hätte für dieses spezielle Segment der Arbeiterklasse im Widerspruch zur historischen Wahrheit gestanden und eine nicht voraussehbare Entwicklung antizipiert. Auch die Forderung an Tressell nach einem Protagonisten, der eine „realistische Vision des Sozialismus“ vertritt, ist unrealistisch, weil es eine einzige allein richtige und „realistische“ sozialistische Vision, die „nur“ verwirklicht zu werden braucht, nicht gibt. Im Mittelpunkt von Tressells Darstellung stehen reale Arbeiter und unter diesen einige wenige ebenfalls wirklichkeitsnahe Gestalten, die ihre Zukunftsvorstellungen ihren Kollegen vermitteln wollen, um diese zu einer anderen Haltung und damit zu anderem Handeln zu bewegen. Ihre Zukunftsvorstellungen sind so defizitär wie es auf andere Weise heute die unseren sind und notwendigerweise sein müssen, da Visionen keine Baupläne sind und die Geschichte stets viele unvorhersehbare Optionen bereit hält. Wie alle bisherigen Visionen von der gerechten Gesellschaft hat auch Tressells dazu beigetragen, ihre Propagandisten von veralteten und inhumanen Positionen zu befreien. Dieser Emanzipationsprozess ist niemals ganz ohne Wirkung auf die Gesellschaft geblieben, auch wenn die Weltverbesserer geschlagen wurden und keine der Vorstellungen und Visionen verwirklicht werden konnte.    
Allen Befreiungsbewegungen von Unterdrückten haben bisher AkteurInnen gefehlt, die Gemeinschaftlichkeit des Handelns ohne die Reproduktion herrschaftsförmiger hierarchischer gesellschaftlicher Beziehungen organisieren und dauerhaft installieren konnten. Dies aber wäre eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen eines sozialistischen Projekts.

Warum sind die Ragged-Trousered Philanthropists ein  gelungenes Kunstwerk?


Im Roman reflektiert Noonan den tatsächlichen Zustand jener große Masse der Arbeiter, für deren Lebensweise Elend und Existenzunsicherheit charakteristisch sind, dadurch, dass die von ihm realistisch und wahrheitsgetreu geschilderten Arbeitergestalten mehrheitlich entweder angepasste Spießer oder hilflose Opfer des Systems sind, die ihre Befreiung nicht durchsetzen können, ja nicht einmal wollen. Eine verschwindende Minderheit unter diesen sind Sozialisten wie Owen und Barrington, gebildeter und wahrnehmungsfähiger als ihre Kollegen, aber dennoch Teil dieser Schicht, die sie zwar einerseits als Narren ansehen, sie und vor allem Owen aber auch als Vertrauensperson, der zugehört wird, betrachten. Wahrheitsgetreu lässt Tressell die Sozialisten unausgereifte, teilweise verworrene, teilweise aber durchaus auch heute noch bedenkenswerte emanzipatorische Ideen äußern. In die Visionen, die Noonans sozialistische Helden verbreiteten,  flossen ein, wie Mitchell richtig vermerkt, Thomas Carlyles Einsichten in die Bedeutung menschlicher Arbeit, John Ruskins Auffassungen über entfremdete Arbeit und William Morris Überlegungen zur Notwendigkeit, die Menschen von entfremdender Arbeit zu befreien und ihnen zu ermöglichen, sich mittels nicht entfremdeter Arbeit zu verwirklichen. Für die politisch gebildeten und engagierten britischen Arbeiter um die Jahrhundertwende waren sie, aber auch Bellamy und Jack London die Autoren,  die ihnen Visionen einer alternativen Gesellschaft vermittelten.
In  gewisser Weise tragen Frank Owen und George Barrington die mit diesen und anderen emanzipatorischen Ideen verbundene Tradition unter das Volk. Obwohl dessen geringe Aufnahmebereitschaft unterstreicht, dass ein Wandlungsprozess derzeit nicht in Sicht ist, reflektiert das Werk, dass die Arbeiterklasse imstande ist, aus ihren Reihen Intellektuelle hervorzubringen, die Denkfähigkeit und Engagement für gesellschaftliche Veränderungen entwickeln und gewisse Führungsqualitäten manifestieren. Eine Minderheit mit zunächst im individuellen und privaten Bereich liegenden Führungsqualitäten und Überzeugungskraft, gewiss. Die Gestalt des Frank Owen, ausgerüstet mit Herz und Verstand, zeigt jedoch in jeder Episode seine Lernfähigkeit. Die im Buch gezeigte Zukunftshoffnung besteht in der Existenz und Unermüdlichkeit solcher Gestalten wie Owen und Barrington und in deren Praxis von Solidarität und Mitmenschlichkeit, die auch von den ungebildeten, spießigen und sogar fremdenfeindlichen Proleten als beispielhaft anerkannt wird. Das ist nicht wenig und mehr zu zeigen war mit der Wahrheit nicht vereinbar. Die zeitgenössischen proletarischen Leser und gewiss auch heutige Leser aus den Kreisen der in prekären Billigjobs Arbeitenden erkennen in Owen und Barrington ihre Kumpel – sie sind keine Bonzen oder Apparatschiks. Das fordert ihre Bereitschaft heraus, über die „Menschenfreunde“ zu lachen und sie in Frage zu stellen und damit klüger und einsichtiger zu sein als diese. Tressells Werk hält seinem Publikum, den Spiegel in einer Weise vor, die es ihnen ermöglichte, sich darin kritisch wiederzufinden. Nicht wenige erkannten durch die Lektüre dieses Werks, dass sie selbst an der verkehrten Stelle philantropisch waren und dass wahre Menschenfreundlichkeit den Kampf gegen ein unmenschliches Gesellschaftssystem erfordere.  
Deshalb löst Tressells „burleske und satirische Darstellung der Verzweiflung des Helden angesichts der Dummheit und des Individualismus seiner Arbeitskollegen, einer Verzweiflung, die zuzeiten an Verachtung grenzt,  nicht Abneigung, sondern ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen Interesses aus“ (Ashraf, 677f.).  

Dass Noonan seine sozialistischen Zukunftvorstellungen in die Schilderung des Arbeiterlebens einbrachte, war seinem ästhetischen Konzept geschuldet. Es ging ihm um die Gestaltung der von ihm damals als nicht lösbaren Widerspruch empfundenen Unfähigkeit der Arbeiterklasse, ihre Klasseninteressen zu erkennen und in diesem Sinne zu handeln. Diesen Widerspruch hat er so gestaltet, dass sein Adressat, der einfache, nicht organisierte Arbeiter, ihn nicht nur passiv wahrnehmen, sondern sogar, in gewiss unterschiedlichem Maße, für sich zur Handlungsmotivation machen konnte. So wie Tom Thomas hat RTP vielen Arbeiterlesern die Augen geöffnet und sie aktiviert.

Gewiss hat vor allem die Wahrhaftigkeit, mit der das Arbeiterleben dargestellt wurde, der völlige Mangel an Schönfärberei bei der Figurengestaltung und die sarkastische Schilderung der gesellschaftlichen Zustände den außergewöhnlichen Erfolg des Buches bedingt. „Die Menschenfreunde“, besonders in der gekürzten Ausgabe, befriedigten wie selten ein Buch die Erwartungen der proletarischen Leser. Es interessierte diese weniger, wie eine gerechte Gesellschaft konstruiert sein müsste, eine solche erwarteten sie jedenfalls nicht zu ihren Lebzeiten. Sie wollten so wenig Predigten hören wie es die „Menschfreunde in zerlumpten Hosen“ im Buch wollten. Sie wollten nicht belehrt, sondern, wenn sie nach ihrem schweren Arbeitstag zu einem Buch griffen, unterhalten werden. Sie fanden sich und ihre Lebensumstände wahrheitsgetreu, ungeschminkt, ohne Pathos und gleichzeitig höchst unterhaltsam in einer ihnen gewohnten und verständlichen Sprache dargestellt wieder. Ein Buch, das sie zum Lachen brachte und erschütterte, unkompliziert zu lesen war, weil es die Geschichte in einfachen, klaren Sätzen mit einem Wortschatz, über den jeder Bauarbeiter verfügte, erzählte.  
Fast ein Jahrhundert später, nach dem Zusammenbruch des ersten weltweiten Sozialismusexperiments, schrieb die Ostdeutsche Else Tonke, der ein englischer Gastarbeiter die komplette englische Ausgabe zu lesen empfohlen hatte:

„Das Buch „The Ragged-Trousered Philanthropists“ hat mich nicht mehr losgelassen, seit es mir von meinem lieben alten Freund Ben gegeben worden war. Damit es außer mir wenigstens noch meine Söhne in deutscher Sprache lesen können, habe ich mich an den großen Berg Arbeit gemacht, das Buch zu übersetzen. Die Faszination der ‚Menschenfreunde' führte dazu, dass sich an dieser Arbeit immer mehr Menschen völlig selbstlos beteiligten.“ (Tressell, 2002, Rückseite Titelblatt)

Am Beispiel dieses Werks der englischen Arbeiterliteratur wird erkennbar, dass die Wirkung von künstlerischer Literatur komplexer ist, als Lukàcs sie sah und sich wissenschaftliche und künstlerische Weltaneignung nicht nur in ihrer Form unterscheiden;  sie eignen sich das Objekt – die Realität -  in sehr unterschiedlicher Weise an. Es genügt nicht, den Lesern die „der Wirklichkeit selbst innewohnende treibende Kraft ... durch die richtige, dialektische Widerspiegelung der Wirklichkeit bewusst zu machen“ (Lukàcs), damit sie sich in ihrer praktischen Lebensführung den literarischen Vorbildern entsprechend verhalten. Wie jede Aneignung von Kunst ist das Lesen künstlerischer Literatur ein kommunikativer, für Schriftsteller und Leser gleichermaßen aktiver Prozess, in dem der Schriftsteller ein vieldeutiges subjektives Bild der Wirklichkeit zur mannigfaltigen Rezeption anbietet. Im Rezipienten werden dann Denk- und Handlungsmotivationen ausgelöst, wenn es dem Schriftsteller gelingt, mit seinen Adressaten ein sie bewegendes, aktivierendes Gespräch aufzunehmen. Tressell konnte besser als andere, auch kanonisierte Schriftsteller, mit solchen Lesern in ein Gespräch kommen, die nur wenig Lesepraxis und –bedürfnisse ausgebildet hatten, weil er ein Bild der Wirklichkeit präsentierte, das sie wiedererkannten. Durch seine satirische Erzählweise stellte er es aber gleichzeitig in Frage und ermöglichte seinen Lesern, sich für eine kritische Deutung dieser Realität zu entscheiden,  manchen sogar, emanzipatorische Handlungsmotivationen zu entwickeln.              

Quelle: Sozialistische Hefte, Nr. 2,  Oktober 2002, S. 13-23

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